Alle Informationen rund um die DHB-Schiedsrichtergrundausbildung:

Gemäß Teil A § 3 der Schiedsrichterordnung (SRO) des Deutschen Handballbundes (DHB) sind die von der Schiedsrichterkommission des DHB erlassenen Richtlinien für die Durchführung der Ausbildung und Prüfung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in den Regional- und Landesverbänden verbindlich. Dem Ausschuss Schiedsrichterlehrstab des DHB obliegt die inhaltliche Erstellung dieser Richtlinien für die Durchführung der Ausbildung und Prüfung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern in den Regional und Landesverbänden (§ 12 Absatz 2 a). Die Richtlinien sind vom Ausschuss Schiedsrichterlehrstab des DHB erarbeitet und für Durchführung der Ausbildung und Prüfung in den Regional- und Landesverbänden verbindlich. Damit ist gewährleistet, dass im Bereich des DHB eine einheitliche Grundausbildung von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern erfolgt.

Schiedsrichter beeinflussen die Wahrnehmung des Sportes maßgeblich mit und sind
somit auch ein Multiplikator für unsere Sportart. Sie übernehmen eine bedeutende Verantwortung. Umso wichtiger ist daher die exzellente Ausbildung der Schiedsrichter.
Eine optimale und umfassende Ausbildung und die damit verbundene grundlegende
Regelkenntnis ist eine wesentliche Voraussetzung, die Schiedsrichterinnen und
Schiedsrichter auf ihre Aufgabe vorzubereiten und auch langfristig zu halten. Ihr Wissen und das Verstehen bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung und der Anwendung der Regeln in der Praxis. Ein weiteres Ziel ist, dass die Prüfungen und Zulassungen nach einem einheitlichen Modus und gleichen Bedingungen erfolgen.
Durch einen höheren Anteil an Praxisanteilen, aber unter gleichzeitiger Reduzierung
von Präsenzphasen und Frontalunterricht, soll die Motivation der Teilnehmenden erhöht, die Eigenverantwortung der Schiedsrichter-Anwärter gestärkt und eine einheitliche Vermittlung von Wissen (Theoriemodule) ausschließlich durch E-Learning sichergestellt werden.
Ziel der gesamten Ausbildung (Schiedsrichtergrundausbildung) ist es, standardisiert
die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zur Leitung eines Handballspiels unter Beachtung der gültigen Regeln und Regelauslegungen zu befähigen.

Die Ausbildung folgt einem integrierten Lernkonzept (Blended Learning). Die Ausbildung bietet eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen mit einer modernen Form von E-Learning. Theoretische und praktische Ausbildungsmodule finden im Wechsel nach den gültigen Vorgaben des DHB statt.

Die Ausbildung umfasst folgende Module:

- theoretische Teile (E-Learning):  

  • Theoriemodul L1 – Online-Ausbildung „Basiswissen“
  • Theoriemodul L2 – Online-Ausbildung „Aufbauwissen“
  • Theoriemodul L3 – Online-Ausbildung „Fachwissen“

- praktische Teile (Praxis in der Halle):

  • Praxismodul P1 - Hallenausbildung
  • Praxismodul P2 - Hallenausbildung
  • Praxismodul P3 – Hallenausbildung

- die theoretische und praktische Abschlussprüfung.

Die Ausbildung besteht also aus drei Praxismodulen (Präsenzausbildungen) in der Halle und drei Theoriemodulen, die im E-Learning durchgeführt werden.

ONLINEBASIERTES LERNEN IM SELBSTSTUDIUM
Die theoretische Ausbildung erfolgt ausschließlich im Selbststudium (Selbstbestimmtes, online-basiertes Lernen = E-Learning). Sie gliedert sich in drei Module.
Die einzelnen Lernmodule sind in unterschiedlicher Anzahl in verschiedene Themenbereiche (=Lektionen) untergliedert und müssen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums absolviert werden. Wie lange dieser Zeitraum ist, ist von den organisatorischen Rahmenbedingungen der jeweiligen Ausbildung in den einzelnen Bezirken abhängig und wird in der Informationsveranstaltung zu Beginn der Ausbildung bzw. in den Praxismodulen bekanntgegeben. So kann sich jeder Teilnehmende die Zeit des Lernens selbst einteilen und ist an keinen festen Ort gebunden.
Ist ein Lernmodul absolviert, wird das nächste erst nach dem folgenden Praxismodul
mittels in den Präsenzphasen ausgegebenen individuellen Code freigeschaltet. Innerhalb der Module sind die Lektionen linear zu absolvieren, d. h, die darauffolgende Lektion wird erst freigeschaltet, wenn eine kleine Lernerfolgskontrolle erfolgreich abgeschlossen wurde.
Vor Aufnahme der Ausbildung sollen die Interessenten über die Tätigkeit als Schiedsrichter generell informiert werden. Hierzu ist eine Informationsveranstaltung durchzuführen.
Weitere Inhalte sind die Informationen über die Durchführung, den Ablauf der Ausbildung und andere organisatorische Angelegenheiten. Des Weiteren sollen die
Teilnehmenden für die Ausbildung und Tätigkeit als Schiedsrichter motiviert werden.
Die SR-Anwärter erhalten bei der Informationsveranstaltung den ersten Code um sich im SR-Portal zu registrieren. Die Registrierung im SR-Portal des DHB ist für die SR-Anwärter kostenfrei.

ÜBERSICHT GESAMTABLAUF:
1. Informationsveranstaltung
2. Theoriemodul L1 „Basiswissen“
3. Praxismodul P1 (Praxis in der Halle)
4. Theoriemodul L2 „Aufbauwissen“
5. Praxismodul P2 (Praxis in der Halle)
6. Theoriemodul L3 „Fachwissen“
7. Praxismodul P3 (Praxis in der Halle)
8. Abschlussprüfung Theorie
9. Abschlussprüfung Praxis

VORAUSSETZUNG FÜR DIE ANERKENNUNG:
Voraussetzung für die Anerkennung und den Einsatz als neutraler Schiedsrichter ist
a) die Mitgliedschaft in einem Verein, der über seinen Landesverband dem DHB angehört,
b) der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung nach den verbindlichen Vorgaben der
DHB-Schiedsrichterkommission,
c) die charakterliche und körperliche Eignung,
d) die Vollendung des 16. Lebensjahres, für Minderjährige ist jedoch das Einverständnisihres gesetzlichen Vertreters erforderlich.
Die Landesverbände können für den von ihnen geleiteten Jugendspielverkehr Ausnahmen zu d) zulassen.

AUSBILDUNGSBEGINN:
Unabhängig vom erforderlichen Mindestalter kann schon vorher mit der Ausbildung
begonnen werden. Die theoretische Prüfung kann bereits drei Monate und die praktische Prüfung einen Monat vor Erreichen des Mindestalters absolviert werden. Die Aushändigung des Schiedsrichterausweises bzw. der erste Einsatz erfolgt – nach bestandenen Prüfungen - jedoch erst am/ab dem jeweiligen Geburtstag.

GRUNDSÄTZE:
Die Prüfung gilt als bestanden, wenn von dem Prüfungssteilnehmer sowohl die schriftliche als auch die praktische Prüfung erfolgreich abgelegt wurde. Die erfolgreich abgeschlossene Prüfung wird durch die Aushändigung des Schiedsrichterausweises dokumentiert.
Die jeweilige Prüfung ist durch einen Prüfungsausschuss abzunehmen, dem mindestens zwei Personen angehören müssen.
 

THEORETISCHE PRÜFUNG:
Die theoretische Prüfung erfolgt als Regelüberprüfung nach dem gültigen IHF-Regeln.
Die Prüfung erfolgt mit sogenannten Multiple-Choice-Fragen.
Es sind grundsätzlich 30 Fragen aus dem vorgegebenen Fragenkatalog6 für die Prüfung auszuwählen. Für das Bestehen der theoretischen Prüfung sind mindestens 70%zu erreichen.
Die theoretische Prüfung kann grundsätzlich wiederholt werden. Allerdings ist dann
eine Frist von mindestens zwei Wochen einzuhalten.

PRAKTISCHE PRÜFUNG:
Nach Ablegen der theoretischen Prüfung findet die praktische Prüfung statt. Die praktische Prüfung erfolgt durch eine Spielleitung von mindestens 15 Minuten mit Überprüfung der Fähigkeiten und Regelanwendung in der Praxis nach einem einheitlichen, vom DHB vorgegebenen Schema (Beobachtungsbogen). Das abschließende Ergebnis stellt eine Empfehlung für den weiteren Einsatz dar.
Sollten Fragen zur SR-Grundausbildung bestehen, können Sie sich gerne an den Verbandsschiedsrichterwart Dirk Zeiher und/oder an Verbandsschiedsrichterlehrwart Harald Grathwohl wenden.