Berichte zum 34. Ordentlichen Verbandstag 2020

Die meisten Berichte wurden für den ursprünglich in Holgzerlingen geplanten Verbandstag am 16. Mai 2020 geschrieben. Daher kann sich der Inhalt auch auf die Zeit vor Mai beziehen. 

Hans Artschwager

Liebe Delegierte, liebe Handballerinnen und Handballer,

ich darf Sie alle herzlich zum ordentlichen Verbandstag des Handballverbands Württemberg e.V. begrüßen.

Corona hält Deutschland wie auch uns Handballer weiter im Griff und beschäftigt uns über alle Maßen.

Von daher ein besonderer Verbandstag – in Pandemiezeiten - nicht nur, weil wir diesen als Online-Video-Veranstaltung durchführen. Ursprünglich im Mai des Jahres in Holzgerlingen geplant, sollte er am heutigen Tag als Präsenzveranstaltung im K3 in Nürtingen stattfinden. Von daher gilt mein erster Dank den beiden Kommunen, die Ihre Bereitschaft erklärt haben, uns die Räumlichkeiten großzügig zu überlassen.

Viel Zeit und Mühe wurde für die Vorbereitung und den Ablauf dieser wichtigen Veranstaltung aufgewendet. Mein zweiter Dank gilt von daher unserer Geschäftsstelle, die einmal mehr mit ihrem Engagement und ihrem Einsatz bewiesen hat, dass ihr die Arbeit für den Handball in Württemberg über diesen Verbandstag hinaus mehr ist als lediglich die pflichtgemäße Erfüllung von Aufgaben.

Zum Dritten gilt mein Dank meinen Mitstreitern im Präsidium, dem geschäftsführenden Präsidium und den Mitgliedern der verschiedenen Kommissionen und Ausschüsse. Gerade die vergangenen 9 Monate waren nicht einfach. Ich möchte aber behaupten, dass es gemeinsam gelungen ist, in dieser Krise gemeinsamen an einem Strang zu ziehen. Bei allen beteiligten Funktionsträgern war der Wille vorhanden das Beste für unseren Handballsport aus dieser vertrackten Situation zu bewegen. Eine unabdingbare Voraussetzung dafür, die vor uns liegenden Herausforderungen erfolgreich anzugehen.

Auf die Situation in Corona-Zeiten werde ich später noch einmal eingehen. Ein Verbandstag dient jedoch den gesamten Zeitraum der vergangenen 3 Jahre wenigstens kurz zu beleuchten. Und so gilt es auch über viel Licht und Erfolge zu reden.

Highlights und Entwicklungen 2017 – 2020

Dem HVW-Verbandstag im Mai 2017 folgte im Oktober der DHB-Bundestag. Dort haben weitreichende Strukturveränderungen stattgefunden. So ist erstmalig in der Verbands-geschichte der Vorstand hauptamtlich tätig. Mit Mark Schober als Vorsitzender des Vorstands und Axel Kromer als Vorstand Sport sind gleich zwei Württemberger an der Spitze vertreten.

Beaufsichtigt wird der Vorstand weiterhin von einem ehrenamtlichen Präsidium. Dort bin ich selbst als Sprecher der Landesverbände vertreten. Immer noch sehr präsent sind die WM-Tage bei der Vorrunden-Gruppe der Frauen-WM in Bietigheim-Bissingen. Wir haben eine tolle Atmosphäre in der Ege-Trans-Arena erlebt, die an drei von fünf Tagen ausverkauft war – und dies ohne Beteiligung der Deutschen Mannschaften. Unser Rahmenprogramm fand großen Anklang: Drei Mädchen-Camps, ein Frauen-Forum in Kooperation mit dem DHB, ein Workshop für weibliche Schiedsrichter aber auch das Treffen der ehemaligen HVW-Auswahlspielerinnen bleiben in guter Erinnerung. Es war schön zu sehen, wie groß das Interesse der ehemaligen Auswahlspielerinnen an diesem Treffen war. Mit Silvia Schmitt, Nadine Krause, Maren Baumbach und Katrin Blacha, um nur einige zu nennen, waren auch mehrere ehemalige Nationalspielerinnen aus Württemberg vor Ort. Egal ob Teilnehmerinnen der Mädchencamps, Spalierkinder, ehemalige Mitarbeiter oder ehemalige Auswahlspielerinnen: Der HVW hat viel Lob für die Arbeit im Rahmen der WM erhalten.

Auch die Männer-WM 2019 in Deutschland ist in guter Erinnerung geblieben. Auch wenn wir hier nicht direkt beteiligt waren, da keine Halle in Württemberg für das Konzept des DHBs in Frage kam, fieberten doch Handballer und Handballerinnen landauf, landab mit unseren Männern mit.

Wenn wir die Vormachtstellung des Südens in der Frauen-Bundesliga betrachten habe ich wenig Sorgen, dass wir auch zukünftig einige Nationalspielerinnen für den DHB entwickeln können. Mit der Deutschen Meisterschaft der SG BBM Bietigheim in der Saison 2016/2017 wanderte auch der Titel nach Württemberg. Dieser Erfolg konnte nach Platz 2 im Folgejahr in der Saison 2018/2019 wiederholt werden. Auch die TuS Metzingen konnte immer wieder vorne mitmischen und sich nun zum dritten Mal in Folge für das Pokal Final-Four qualifizieren. Dass dieses als Olymp Final4 seit 2018 in der Stuttgarter-Porsche Arena stattfindet ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Frauen-Handball in Württemberg eine Heimat hat.

Nachdem der Länderpokal der Mädchen letztmals im Januar 2018 stattfand wurde der HVW auch mit der Ausrichtung des Deutschland-Cups beauftragt. Im Vergleich zum Länderpokal nimmt keine Auswahlmannschaft des Handballverbandes Württemberg daran teil, sondern gleich zwei Teams aus Baden-Württemberg. Die Talente werden weiterhin in den drei Landesverbänden bis zur Sichtung des Deutschen Handballbundes entwickelt. Ab dann werden die besten Spielerinnen und Spieler über Handball Baden-Württemberg weiter gefördert. Mit Nico Kiener ist auch unser Landestrainer dort als leitender Landestrainer für den weiblichen Bereich eingebunden. Mittlerweile ist er auch Vorsitzender des Landesausschuss Leistungssport in Baden-Württemberg. Die Premiere im Januar 2019 konnte das Team 1 aus Baden-Württemberg auch gleich gewinnen. Im Jahr 2020 wurde der Titel erfolgreich verteidigt. Besonders erfreulich ist auch die Rolle, die das Team 2 spielt. In beiden Jahren konnte sich die Reserve, die auch aus Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs besteht für das Viertelfinale qualifizieren. In 2020 belegte man am Ende den 6. Platz. Im männlichen Bereich belegte Baden-Württemberg im Dezember 2018 den 7. Platz, ein Jahr später schrammte man mit Platz 4 knapp am Treppchen vorbei.

Neuerungen gab es in den letzten drei Jahren auch im Bereich des Kinderhandballs. Nicht nur die Verfilmung der Übungen im Übungskatalog hilft den Vereinstrainern enorm weiter. Mit der Entwicklung einer App für diesen Altersbereich ist der HVW auch hier einmal mehr „vorne dran“. Im Herbst 2018 wurde das neue Kinderhandballbuch durch den Philippka-Verlag veröffentlicht. Basis hierfür ist die Kinderhandballkonzeption, die im Handballverband Württemberg bereits seit vielen Jahren Anwendung findet. Sie wurde von Markus Scherbaum und Dr. Jan Pabst fortgeschrieben. Das Ergebnis war so gut, dass auch der Deutsche Handballbund darauf aufmerksam wurde und mittlerweile in ganz Deutschland Anwendung findet. Viele Kinder- und Jugendtrainer haben auf ein solches Buch gewartet und bekommen nun neuen Input für ihre tägliche Arbeit. Das Buch stellt auch die Basis für unsere dezentralen Kinderhandball-Ausbildungen dar und trägt enorm dazu bei, die Inhalte in allen Bezirken zu vereinheitlichen.

Im Jahr 2018 feierte der Verein der Freunde und Förderer des Handballs in Württemberg sein 15jähriges Bestehen. Der Verein, an dessen Spitze der HVW-Ehrenpräsident Bernhard Bauer mit seinem Team steht ist ein verlässlicher Partner des Verbandes geworden mit dessen finanzieller Unterstützung verschiedenste Projekte in den letzten Jahren im HVW angeschoben werden konnten. So konnten z.B. der Grundschulaktionstag, die Trainingslager der HVW-Auswahlteams, Nachführunterricht für Auswahlspieler, aber auch der Jugendförderpreis und die Grundschulliga dank der Unterstützung der Freunde und Förderer ins Leben gerufen werden. Unser Dank als HVW diesem Verein gegenüber kann gar nicht groß genug sein.

Im August 2018 wurde erstmals eine Koordinierungsstelle für die Bezirke auf der HVW-Geschäftsstelle geschaffen. Daniela Assmann kümmert sich seitdem darum die Geschicke der Bezirke hauptamtlich zu unterstützen. Die Bezirke im HVW haben große Schritte getan um die Arbeiten zu bündeln und um Arbeiten nicht mehrfach zu tun. Das Gleiche geschieht in Baden-Württemberg mit unseren Partnern im BHV und SHV. Auch hier müssen wir in unserer Sportart Handball zusammenarbeiten, um uns in Zukunft gegenüber der starken Konkurrenz anderer Sportarten behaupten zu können. Im Mai 2018 trafen sich die Präsidien aus allen drei Landesverbänden in Baden-Württemberg zu einer gemeinsamen Klausurtagung in der Sportschule Ruit, um weitere Themen der zukünftigen Zusammenarbeit auszuloten. Die Zusammenarbeit hat seit 2018 immer mehr an Fahrt aufgenommen. Im späteren Teil meines Berichtes möchte ich genauer auf diesen Prozess eingehen.

Bewegung kam durch die neue Spielklassenstruktur ins Verbandsgeschehen in Württemberg. Diese wurde mit vielen Gesprächen vorbereitet. Die Qualifikation zur neuen eingleisigen Württemberg-Liga wurde gespielt. Neben der erhofften Qualitätssteigerung durch die Bündelung der starken Teams hat begleitend der Schiedsrichtermangel für Diskussionen gesorgt. Wenn wir nicht endlich damit aufhören, die Schiedsrichter als notwendiges Übel zu betrachten, sondern wirklich als Teil des Spiels, sollte es möglich sein hier eine Trendwende zu erreichen. Neue Wege wurden getestet. Nach der erfolgreichen Einführung des Kinderhandballspielleiters durch den Verbandsauschuss Jugend, Schule, Bildung mit tatkräftiger Unterstützung der Verantwortlichen im Bezirk, wurde eine gute Basis geschaffen. In zwei Bezirken wurde als Pilotprojekt die Ausbildung zum Jugendhandballspielleiter durchgeführt. Die ersten Rückmeldungen sind ermunternd. Unterstützt werden alle neuen Schiedsrichter auch durch das DHB-Schiedsrichterportal, an dem sich alle Landesverbände beteiligen.
Die Frage nach der Mitgliedergewinnung wird durch alle Sportarten diskutiert. Wir haben uns auf den Weg gemacht und die ersten Grundschulligen ins Laufen gebracht. Wir sind mit unseren Konzepten dort, wo die Kinder sind: In der Schule. Der Grundschulaktionstag (da hätte in 2020 das 10jährige Jubiläum stattfinden sollen. In dieser Zeit sind ca. 250.000 Kinder „bewegt“ worden) und die Grundschulliga eignen sich hervorragend, um unsere Sportart zu präsentieren. Der Wettkampf in der Grundschulliga ist immer noch das Salz in der Suppe. Es wäre phantastisch, wenn wir zukünftig mindestens in jedem Bezirk eine Grundschulliga anbieten könnten.

CORONA – und kein Ende??

Geht es euch nicht auch so?

Der Newsticker füllt den Homescreen des Smartphones mit unzähligen neuen Nachrichten. Reflexartig wird das Überfliegen der Infektionszahlen inzwischen zur morgendlichen Routine. Bei diesem Start in den Tag ist es nicht leicht, auch mal positive Gedanken zu fassen. Falls Euch die Corona-Krise ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet, möchte ich mit diesem Zitat ein wenig Mut einschenken: „Am Ende wird alles gut werden und wenn noch nicht alles gut ist, dann ist es noch nicht am Ende.“ (Oscar Wilde)

Handball-Deutschland hat im März/April die gemeinsame Entscheidung zur Beendigung und Wertung der Saison 2019/20 zu einem guten Ende gebracht hat, Selbst der streitbare Helge-Olaf Käding lobte „dass der Handball eine gute Lösung gefunden hat“.

Diese Monate haben gezeigt, dass der DHB zusammen mit den Landesverbänden und den beiden Ligen sehr wohl in der Lage war und ist, die schwierige Lage im Hinblick auf das Corona-Virus zu meistern. Es waren nicht immer leichte Verhandlungen, die im Hinblick auf den Saisonabbruch und die Wertung der Runde geführt werden mussten. Am 22.04. gab es dann die Amtliche Bekanntmachung über das Ende der Saison von der Kreisliga bis zur Bundesliga.

Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei allen Mitstreitern hier im HVW für ihr Engagement und für ihre Unterstützung bedanken. Ihr habt mir auch den Rücken freigehalten, um unsere Interessen auf Bundesebene einzubringen. Wir haben alle gemeinsam an dieser Lösung gearbeitet und auch gemeinsam diese Lösung in unserem Verband verabschiedet.
Bereits eine Woche nach dem Lock-down erarbeitete der DHB (Tim Nimmesgern und Frederik Wöhler) ein Konzept mit dem Titel „Return to play“. Dieses Konzept sollte uns die kommenden Monate leiten.

Für die sehr gute und professionelle Abstimmung in den folgenden Monaten mit Ministerien und Sportverbänden, gilt mein Dank Handball Baden-Württemberg, sowie dem DHB. Die Abstimmung der Handlungs- und Hygienekonzepten auf der Basis von „Return to play“ war die Grundlage für die Vereine in Baden-Württemberg. So hatten die Vereine gute Blaupausen, um auf lokaler Ebene mit den Kommunen entsprechende Hygienekonzepte zu entwickeln.
In 10 Videokonferenzen konnten wir (Nico Kiener, Michael Roll, und Stephanie Bermanseder) das Konzept „Return to play“, Fragen zu den Hygienekonzepten sowie Fragen zum Spielbetrieb den Vereinen näher erläutern. Über 700 Interessierte haben an diesen Veranstaltungen teilgenommen.
Wer dachte der Lock-Down sei ein schwieriges Unterfangen gewesen, der rechnete nicht damit, dass wir nach erfolgreichem Start in die Saison am 12. Oktober bereits wieder durch das Virus „eingefangen“ wurden. Und die Lage unterschied sich von der im März 2020 deutlich.
Bei all unseren Entscheidungen haben wir versucht mit viel Augenmaß vorzugehen. Wir sind unserer obersten Prämisse - einen Spielbetrieb zu organisieren und durchzuführen - gefolgt.

Jeder Verein, der bei einer Inzidenz über 50 spielen wollte, konnte dies tun. Alle anderen, die Bedenken hatten, konnten die Spiele absetzen, ohne Bestrafung oder Gebühren. Seit Anfang November hat Corona das Leben und damit auch den Handball wieder im Griff. Aufgrund der steigenden Zahlen an Neuinfektionen haben Bundesregierung und Länderchefs das öffentliche Leben mittels eines Lockdown light wieder eingeschränkt. Und seit Mittwoch wissen wir, dass dieser Zustand bis Weihnachten und voraussichtlich bis ins Neue Jahr anhalten wird.
Heute gilt es auf der Basis der Vorschläge des VAST Entscheidungen zu treffen, wie mit dem Spielbetrieb weiter verfahren werden soll. Für die Vorarbeit von Michael Roll und Andrea Schiele mit Ihren Mitstreitern mein bester Dank.

Deutscher Handballbund

Mit Spannung wird auch die Strukturreform des Deutschen Handballbundes erwartet. Der Deutsche Handballbund strebt mit seiner Strukturreform eine Bündelung der 22 Landesverbände in zehn Förderregionen an. Im Oktober 2019 wurde diese Strukturreform durch einen Grundsatzbeschluss im Bundesrat von allen Beteiligten mehrheitlich beschlossen. Als Schwerpunktthemen für die zweite Stufe, die inhaltliche Weiterentwicklung wurden die Mitgliedergewinnung und -entwicklung und der Leistungssport festgelegt. Nach dem Grundsatzbeschluss wurde die Arbeit in den Gremien vorangetrieben, um die für die Umsetzung nötigen Beschlüsse vorzubereiten. Beim Bundesrat 2019 wurden zwei Arbeitsgruppen berufen, die zu den großen Themen Leistungssport und Mitgliederentwicklung Ergebnisse erarbeitet haben. Coronabedingt ist die Beschlussfassung darüber ein wenig ins Stocken geraten, trotzdem soll eine Intensivierung der Mitgliedergewinnung und –entwicklung ab Frühsommer 2021 durch den Einsatz neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt werden. Dabei sollen weitere Initiativen erarbeitet und diese dann flächendeckend ausgerollt werden. Beachtenswert auch die vielen Impulse, die – außerhalb des Konzeptes „Return to play“ aus dem Bereich der Mitgliederentwicklung des DHB`s erwachsen. Ehrenamtskampagne, Online-Akademie oder Junges Engagement etc. Auch das durch den Deutschen Handballbund ausgerufene „Jahrzehnt des Handballs“ mit diversen internationalen Meisterschaften in Deutschland muss intensiv für die Mitgliedergewinnung genutzt werden.

Am Donnerstag haben wir im Präsidium des DHB`s beschlossen, dass eine Kampagne angeschoben werden soll, Kinder, Jugendliche aber auch Ehrenamtliche trotz aller Widrigkeiten beim Handball im Verein zu halten.

Handball Baden-Württemberg

Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, dass wir als Sportart sichtbarer und wirksamer werden, wenn wir uns in landesweiten Themen aktiv zusammenschließen und mit HBW EINEN Kontakt für die Behörden haben. Darüber hinaus versuchen wir das Vorgehen der drei Verbände abzustimmen, nicht nur im Spielbetrieb, sondern auch im Bereich des Leistungssports, sowie der Aus- und Fortbildung von Schiedsrichtern, Zeitnehmern, Sekretären und Trainern. Nach dem bereits angesprochenen Treffen der drei Präsidien im Jahr 2018 hat sich Handball Baden-Württemberg einem Beratungsprozess unterzogen. Die Kick-Off-Veranstaltung hat im April 2019 in der Sportschule Schöneck stattgefunden. Es wurden Arbeitsgruppen für die Bereiche „Verwaltung, Digitalisierung und Finanzen“, „Spieltechnik und Schiedsrichter“, „Leistungssport und Lehre“ sowie „Mitgliederentwicklung“ ins Leben gerufen. Im April 2021 ist „Schöneck 2“ geplant, an dem dann alle Arbeitsgruppen und die Präsidien der drei Landesverbände wieder zueinanderkommen, um die Ergebnisse vorzustellen und weitere Schritte zu beschließen.

Der Beach Handball wird ebenfalls durch Handball Baden-Württemberg forciert. Er konnte sich in der Corona-Pandemie deutlich öffentlicher präsentieren. Der Deutsche Handballbund hat ein Stützpunkt-System im Beach Handball aufgebaut. Mit Bartenbach und Altenheim liegen gleich zwei DHB-Stützpunkte in Baden-Württemberg. Über die Baden-Württembergischen Stützpunkte konnte Beach Handball-Referent Alex Gehrer weitere Spieler*innen entwickeln, die nun auch in die Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes aufgenommen wurden.

Abschließend: Aller guten Dinge sind Drei

Erstens: Trotz aller Widrigkeiten und einer kaum planbaren Zukunft:
Ich möchte Euch Mut machen in dem Bereich weiter zu arbeiten in dem Ihr zum Teil seit Jahrzehnten verdienstvolle Arbeit leistet, für unseren tollen Sport, für und in Eurem Verein, und für und mit seinen aktiven wie passiven Mitgliedern. Vor allem für die vielen Kinder und Jugendliche, die unseren Sport betreiben. Auch wenn es müßig erscheint: Ich möchte den über den Sport hinausgehenden Mehrwert unterstreichen, der mit Eurer ehrenamtlichen Arbeit einhergeht. Ehrenamt ist nicht nur Aufopferung, es macht auch Spaß, es formt den Charakter, Erfahrungen und Werte, die bereichernd sind. Denn die Werte unseres Handballsports sind: Leistung, Fair-Play, Respekt und Toleranz. Die Basis der Demokratie.

Zweitens: Um unsere Sportart zukunftssicher zu machen, um die große Aufgabe Mitglieder neu zu gewinnen und die alten „bei der Stange zu halten“ erfüllen zu können, sollten wir uns mit anderen zusammentun, strategische Allianzen schließen. Dies heißt nicht unsere Eigenständigkeit aufzugeben, sondern das sich Einbringen in einen größeren Zusammenhang, zum Wohle des Handballs, zum Wohle unseres Verbandes, unserer Vereine wie unserer aktiven wie passiven Mitglieder.

Drittens: Für uns Handballer gilt aber gerade heute: wir möchten so schnell wie möglich wieder spielen!
Wir müssen für unsere Mitglieder und insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen möglichst schnell wieder persönlich sichtbar sein und ich hoffe auf Beschlüsse, die flexibel genug sind, sportlich dieses verlorene Jahr 2020 / Spieljahr 2020/2021 doch noch zu einem akzeptablen Ende zu führen. Wir haben noch 6 Monate Zeit – Nutzen wir diese!

Ich bewerbe mich heute um eine 5. Amtszeit als Präsident des Handballverbands Württemberg e.V. In Zeiten der Krise sehe ich es als meine Aufgabe gemeinsam mit den Verantwortungsträgern im Verband aus diesem Corona-Horror wieder in normale Gewässer zu führen. Es wird meine letzte sein und ich hoffe, dass wir uns 2023 wieder persönlich beim nächsten Verbandstag treffen und austauschen können.

Bleibt vor allem gesund!

Hans Artschwager
Präsident

Wir alle haben eine außergewöhnliche und schwierige Zeit erlebt, stecken mitten in einer Pandemie und wissen nicht, was uns noch alles erwartet. Ich werde an der Stelle nicht auf COVID-19 eingehen. Vielmehr haben wir uns im Geschäftsführenden Präsidium verständigt und dieses Thema zur Chefsache erklärt. Daher möchte ich auf den Bericht unseres Präsidenten verweisen.

Etwas Wichtiges zuallererst: Dem HVW geht es wirtschaftlich gesehen sehr gut. Nach dem Verbandstag 2017 haben wir eine Zukunftskommission gebildet, mit der wir die gesamten Finanzen der Bezirke und des Verbandes auf den Prüfstand gestellt haben. Auslöser war, dass sich Aufgaben und Verantwortungen im Laufe der Jahre verschoben haben, und dass sich die Finanzen zwischen Bezirken und dem Verband nicht mehr im Gleichgewicht befanden. Mithilfe der Bezirke ist es uns gelungen, unsere Finanzströme so verlässlich zu ordnen, dass die aktuellen und künftigen Aufgaben (zumindest vorerst) ohne Beitragserhöhungen für die Vereine finanziert werden können.

Ganz herzlichen Dank der Lenkungsgruppe (Bernhard Bauer, Heinz Nitsche und Thomas Dieterich), die mich und den VAFV hier tatkräftig unterstützt haben. Die Finanzergebnisse der letzten drei Jahre belegen, dass wir an den richtigen Schrauben gedreht haben. Trotz aller Erkenntnisse müssen wir die Finanzen zwischen den Bezirken und dem Verband ab 2021 neu ordnen.

Ein wesentliches Ergebnis der Zukunftskommission war auch die Empfehlung eine „Koordinierungsstelle“ für die Bezirke einzurichten. Diese sollte als Bindeglied zwischen der HVW-Geschäftsstelle und den Bezirken fungieren. Mit Daniela Assmann konnten wir sehr schnell eine 50%-Stelle besetzen. Der Arbeitsaufwand war groß, ebenso die Zufriedenheit auf beiden Seiten. Dies hatte zur Folge, dass wir diese Stelle bereits aufgestockt haben. Eine tolle Dienstleistung für die Vereine und Bezirke wird auch vom Rest unserer Geschäftsstelle erbracht, vielen Dank unserem Verbandsmanager Thomas Dieterich mit seinen Damen Andrea Schiele, Sabina Hudelmaier, Susanne Gaber, Stephanie Bermanseder, Tanja Pfahl und Lisa Mühleisen, nicht vergessen möchte ich unseren dualen Studenten, Levi Engelfried-Hornek.

Coronabedingt musste auch der HVW den Weg in die Kurzarbeit gehen. Wie viele andere machten auch wir Erfahrung mit Homeoffice, Video- und Telefonkonferenzen. In Vorbereitung auf die aktuelle Saison 2020/2021 sind wir seit September wieder zu 100% im Einsatz und hoffen, dass es keinen weiteren Lockdown mehr geben wird.

Zum Ende der Sommerferien waren wir mit der Geschäftsstelle in Klausur. Klare Zielsetzung war, die Zusammenarbeit untereinander, aber auch zwischen Haupt- und Ehrenamt zu verbessern. Nach zwei Tagen waren sich die Beteiligten einig, es war eine gute Veranstaltung mit intensiven und produktiven Gesprächen, die jetzt noch analysiert und das Ergebnis schlussendlich im Alltag angewandt werden muss.

Kompetenz und Sachverstand zeichnet unseren Verbandsschuss aus. Mit Heike Kemmner, Wolfgang Schmid, Norbert Schmidtke, Joachim Walz, Michael Wiggenhauser und Thomas Dieterich waren wir nicht nur in der Lage, solide Haushalte vorzubereiten, auch in anderen Personal- und Verwaltungsangelegenheiten waren wir bestens aufgestellt. Ein großes Dankeschön auch hier für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und für manch lange Ausschusssitzung. Nach vielen Jahren der Mitarbeit im VAFV scheidet Norbert Schmidtke nun bei uns aus. Es gab keinen Fehler in Haushaltsentwürfen der Norbert nicht aufgefallen wäre, er wird uns fehlen! Mit ihm verlässt uns die Zuverlässigkeit in Person, dem wir ganz herzlich Danke sagen und ihm alles Gute für die Zukunft wünschen.

Aus gesundheitlichen Gründen mussten wir unseren Steuerberater wechseln. Herrn Kleinhans und seinem Team sind wir zu großem Dank verpflichtet, bei ihm waren wir bestens aufgehoben. Mit der Kanzlei SAM haben wir eine passende Nachfolge gefunden, die auch viel Erfahrung mit Sportverbänden mitbringt.

Die erste Zeit der Zusammenarbeit war sehr erfolgversprechend. Anfangs nur für einen gemeinsamen Oberliga-Spielbetrieb gegründet, hat Handball Baden-Württemberg e.V. zwischenzeitlich einen ganz anderen Stellenwert. Auf Druck der Politik und mit klarer Zielsetzung durch den DHB wurde in den letzten Jahren Beachhandball und der Jugend-Leistungssport in Handball Baden-Württemberg gebündelt. Nicht nur die Erfolge unserer Jugendmannschaften beim Deutschland Cup sprechen für diese Entwicklung. Aktuell sind Arbeitsgruppen aktiv, um die drei selbständigen Landesverbände, Südbaden, Baden und Württemberg auf den verschiedenen Ebenen anzugleichen. Synergien auch im Bereich der Verwaltung können durchaus erwartet werden.

Dass unser Handballsport ohne die vielen fleißigen Ehrenamtlichen in den Vereinen, Bezirken und auch im Verband nicht existieren würde, dürfte klar sein. „Ehrenamt“ sollte aber auch Spaß machen und das war in letzter Zeit leider nicht immer der Fall, zumindest im geschäftsführenden Präsidium. Mithilfe eines Mediators und vielen Gesprächen haben wir große Anstrengungen unternommen, um die atmosphärischen Störungen zu beseitigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und es hat den Anschein, dass wir auf einem guten Weg sind.

Rudolf Pfahl
Vizepräsident/Vorsitzender Verbandsausschuss Finanzen und Verwaltung
Im Oktober 2020

Im Jahr 2017 beschäftigten wir uns in der Zukunftskommission mit den Fragen wie können wir

  • die Arbeit der Bezirke mit den Vereinen unterstützen?
  • die Arbeit im Bezirk selbst erleichtern?
  • eine engere Zusammenarbeit innerhalb des HVW zwischen Bezirken und HVW-Geschäftsstelle gestalten?

Als Ziel definierten die Bezirke zukünftig effektiver und professioneller zusammenarbeiten zu wollen.

Die Lösung, um dieses Ziel zu erreichen war die Einrichtung der „Koordinierungs-stelle Bezirke“ ab August 2018. Hierfür wurde mit Daniela Assmann eine Mitarbeiterin gefunden, die nicht nur durch ihren beruflichen Werdegang sondern insbesondere durch ihre zahlreichen Funktionen im Verein, die Verbindung zu den Vereinen bereits „mitbringt“. Ihr Arbeitsplatz befindet sich auf der HVW-Geschäftsstelle im Haus des Sports, wodurch eine bessere Kommunikation zwischen Verband und Bezirken gewährleistet ist. In zahlreichen Sitzungen hat sie sich in den Bezirksgremien eingebracht und Anliegen aufgenommen, um die Zusammenarbeit zu koordinieren und zu verbessern.

Welche Erfahrungen haben wir bis heute gesammelt? Ist unsere Arbeit effektiver und effizienter geworden? Die Frage lässt sich mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Effektiver ist der intensivere Austausch unter den Bezirken. Die Bezirke profitieren voneinander, fungieren untereinander als Ideengeber und nicht jeder muss „das Rad neu erfinden“. In den gemeinsamen Sitzungen ist es möglich, eine einheitliche Strategie zu bezirksübergreifenden Themen zu entwickeln. Dazu gehören in den letzten eineinhalb Jahren zum Beispiel eine einheitliche Schiedsrichterehrungsordnung, einheitliche Spielverlegungsgebühren und Medaillen für die E-Jugend. Aber auch außerhalb der Sitzungen hat sich der Kontakt unter den Bezirken intensiviert.

Effizienter ist die Bereitstellung von Vorlagen durch die Koordinierungsstelle für die Bezirke wie Stellenbeschreibungen zu Ehrenämtern im Bezirk, ein Handbuch für die Software der Homepage sowie Vorlagen von allgemeinen Arbeitsmaterialen im Bezirk. Ein Geschäftsstellentreffen jährlich stellt den Austausch der Geschäftsstellenmitarbeiterinnen und Geschäftsstellenmitarbeiter sicher. Das erste Treffen im November 2019 diente erfreulicherweise aber nicht nur dazu, sondern auch als Ideengeber für zukünftige innovative Zusammenarbeit unter den Bezirken.

Effektiver und effizienter hat sich die Idee von Verbandsmanager Thomas Dieterich, eine Arbeitsgruppe zum Kinderhandballspielleiter, über die Koordinierungsstelle zu installieren, erwiesen. Das gebündelte Expertenwissen aus den Bezirken floss so in den Prozess der Neugestaltung der Ausbildung mit ein und gemeinsam mit dem Projektleiter des VAJSB Markus Scherbaum, wird ein Vertreter der Arbeitsgrup-pe die Referentenausbildung gestalten.

Ebenso effektiver und effizienter ist das Projekt einer Vereinsumfrage zu nennen, die den Unterstützungsbedarf der Vereine in den Bezirken evaluierte und sich auf vier Themengebiete konzentrierte:
Mitgliedergewinnung und Mitgliedererhaltung
Schiedsrichtergewinnung
Spielbetrieb
Kommunikation

Als Pilotprojekt im Bezirk Enz-Murr gestartet, nahmen mit Stauferland, Achalm-Nagold, Bodensee-Donau weitere Bezirke an der Umfrage teil. Die Erstellung sowie die Auswertung der 55 Punkte umfassenden Online-Befragung wurde von der Ko-ordinierungsstelle durchgeführt und abgewickelt.

Und wie geht es in den Bezirken danach weiter?

Die hier genannten Bereiche stehen stellvertretend für weitere Felder und Themengebiete, in denen die Koordinierungsstelle tätig war. Die Bezirke entschieden auf Grund der hohen Effektivität und Effizienz der Stelle eine Aufstockung von 50 auf 75 %.

Und mein Fazit der letzten drei Jahre?

Wir sind sicherlich noch nicht da wo wir hinwollen. Aber wir sind auch nicht mehr dort wo wir waren und auf dem richtigen Weg! Lassen Sie uns, liebe Vereine, in Zusammenarbeit mit den Bezirken und dem Verband die vielen Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen!

Heiko Griebel
Vizepräsident Bezirke
Im November 2020

Liebe Sportkameradinnen und Sportkameraden, liebe Delegierte,

im Februar 2020 hat die Jugend im Handballverband Württemberg ihren Verbandstag abgehalten. Seit diesem Tag bin ich im Amt als Vorsitzender des Verbandsausschusses Jugend, Schule und Bildung und freue mich sehr, die Nachfolge von Edwin Gahai antreten zu dürfen und die unter seinem Vorsitz angestoßenen Projekte weiter voranzubringen. An dieser Stelle möchte ich mich bei ihm nochmals herzlich für sein Engagement in den letzten Jahren bedanken.

Wie man seinem Bericht vom Verbandsjugendtag 2020 entnehmen kann, hat der Ausschuss unter seiner Führung einiges erreicht und vieles positiv beeinflusst:

Als wichtiger Meilenstein in der Arbeit des VAJSB konnte das Dauerthema "Kinderhandball und dessen Spielformen" abgeschlossen und in die Bezirke zur Umsetzung gegeben werden.

Weitgreifende Entscheidungen des Deutschen Handballbundes machten es notwendig, dass auch der HVW sein Wettspielsystem im Bereich der Minis, der F-Jugend und der E-Jugend überarbeiten musste. Mit Hilfe einer Projektgruppe aus Vertretern des VAJSB und der Bezirke konnte man sich nach einem längeren Prozess auf entsprechende Durchführungsbestimmungen einigen. Diese schafften eine gelungene Balance zwischen den Vorgaben des DHB und der tradierten Kinderhandball-Konzeption des HVW. Die Wahlmöglichkeit im Modus 4+1 oder 6+1 zu spielen oder aber sogar eine Kombination aus beidem kommt bei den Vereinen sehr gut an. Den „Stolperstein“ mit der Qualifikation für den 6+1-Spielbetrieb haben die Experten bewusst eingebaut, um auch diejenigen Bezirke, die bisher keinen Spielbetrieb im Sommer angeboten hatten, dazu zu bringen, hier tätig zu werden. Wenn unsere Kinder zwischen März und September nur auf Turnieren spielen, die ihre Vereine freiwillig besuchen, ist dies sicherlich im Vergleich mit anderen Mannschaftssportarten zu wenig.

Zur Unterstützung der Übungsleiterinnen und Übungsleitern und Vereine bei der Umsetzung der Durchführungsbestimmungen wurde für den E-Jugend Wettkampfbetrieb eine innovative Smartphone-App entwickelt.

Der neue Wettspielmodus zog auch eine Überarbeitung der Kinderhandball-Konzeption des HVW nach sich. Dieses Unterfangen dauerte leider viel länger als zunächst angenommen. Am Ende allerdings gelang es Markus Scherbaum und Dr. Jan Pabst einen alltagstauglichen, praxisorientierten Leitfaden für das Handballtraining mit Kindern zu Papier zu bringen. Die Qualität der nunmehr überarbeiteten Kinderhandballkonzeption des HVW wird auch dadurch belegt, dass der Deutsche Handballbund 2018 diesen württembergischen Leitfaden in seiner Schriftenreihe für ganz Handballdeutschland herausgab.

Im Juni 2018 widmete der VASJB seinen "Kinderhandballkongress" ganz der Vorstellung der überarbeiteten Kinderhandball-Konzeption und des Leitfadens zum Training mit Kindern. Der "Kinderhandballkongress" fand gemeinsam mit der Stadt und dem TSB in Schwäbisch Gmünd statt. Zahlreiche Workshops mit renommierten Referentinnen und Referenten machten deutlich, wie die Umsetzung der Kinderhandballkonzeption des HVW und modernes Training mit Kindern umsetzbar sind. Auch im kommenden Jahr ist (Stand heute) wieder ein Kinderhandballkongress geplant.

In den Jahren 2015 bis 2019 kooperierte der HVW in einem Pilotprojekt mit dem "Motorikzentrum" an der Mathilde-Planck-Schule in Ludwigsburg. Im Rahmen des Projekts wurden angehende Erzieherinnen und Erzieher mit einem ballspielorientiertem Konzept zur Bewegungserziehung für die Vorschule vertraut gemacht, so dass sie nach ihrer Ausbildung in der Lage sind, in den Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen den Kindern den Ballsport näher zu bringen. Das Projekt wurde 2019 abgeschlossen. Die Ergebnisse und Fortbildungsinhalte sollen nun für die Bezirke und Vereine nutzbar gemacht werden, um seitens der Vereine fundierte Kooperationen auch mit Kindertagesstätten vor Ort eingehen zu können.

2017 wurde anlässlich der Frauen-WM im Handball erstmals eine "Mini-WM" im Bezirk Enz-Murr durchgeführt. 2018 war die Premiere in Heilbronn-Franken. In beiden Bezirken soll die Veranstaltung in Kooperation mit der Ludwigsburger Kreiszeitung bzw. der Heilbronner Stimme zukünftig alle zwei Jahre stattfinden. Weitere Bezirke zeigten sich interessiert.

2017 wurden passend zur Frauen-WM gleich drei Mädchen-Camps ausgerichtet. 2019 wurde dies im Rahmen des Frauen Final-Fours wiederholt. Auch 2020 hätte ein Mädchen-Camp stattfinden sollen. Dieses musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Die Anzahl der ausgebildeten "Kinderhandballspielleiter" nimmt zu. Mittlerweile wird die Ausbildung in fast jedem Bezirk durchgeführt. Die Ausbildungsunterlagen dazu sind 2020 unter der Federführung des VASJB überarbeitet worden und stehen den Bezirken zur Verfügung. Des Weiteren fanden zwei Online-Multiplikatoren-Schulungen für angehende Referenten der Kinderhandballspielleiter-Ausbildung statt, sodass jedem Bezirk ausgebildete Referenten zur Verfügung stehen.

An den Schulen deutlich präsent zu sein, muss Ziel aller Sportarten sein. Aufgrund der für die Schulen in den Bildungsplänen gegebenen Wahlmöglichkeiten gibt es vor allem für die Mannschaftssportarten keine Garantie auf nachhaltige Präsenz. Innerhalb unseres Verbandsgebietes sind wir mit verschiedenen Programmen und Projekten erfolgreich bemüht, Handball als wichtige Schulsportart in den Schulen sichtbar zu machen. Dabei kann auch der Beach-Handball eine wichtige Rolle in der Schule übernehmen. Beim Schulsportwettbewerb Jugend trainiert für Olympia ist Beach-Handball seit 2018 vertreten. Die ersten Wettkämpfe haben gezeigt, dass hier möglicherweise Potential liegen könnte, dass an den Schulen geweckt werden sollte.

Bereits seit fast genau 10 Jahren ist der Grundschulaktionstag ein Dauerbrenner. Dieser hat sich nicht nur in Württemberg zum wahren Erfolgsmodell entwickelt. Mittlerweile hat der Deutsche Handballbund den Grundschulaktionstag übernommen. Er wird in allen Verbänden zu unterschiedlichen Terminen angeboten.


Zum Schuljahr 2019/2020 fiel an vier württembergischen Standorten der Startschuss für die "Grundschulliga". Das Projekt konnte zum laufenden Schuljahr ausgebaut werden. Mittlerweile gibt es württembergweit mehr als 40 Schulmannschaften, die an verschiedenen Standorten, teils auch bezirksübergreifend, an der „Grundschulliga“ teilnehmen. Geplant ist, die "Grundschulliga" auszuweiten und sie fest in das schulische Wettkampfsystem "Jugend trainiert für Olympia" zu verankern. Ein fester Bestandteil der Grundschulliga ist auch eine Lehrerfortbildung am jeweiligen Standort.

Das Interesse an der Ausbildung zum Schülermentor wächst. 2019 wurde wieder zentral und dezentral ausgebildet. 2020 konnte wie geplant der erste Teil der Schülermentoren-Ausbildung stattfinden, der zweite Teil konnte Corona bedingt nicht stattfinden. Ende des Jahres soll jedoch ein Nachholtermin angeboten werden. Jährlich werden ca. 70 junge Menschen zum Schülermentor Handball ausgebildet. Zusätzlich wollen wir den Bereich der Schülermentorenausbildung mit einer weiteren Ausbildung im Bereich des Kinderhandballspielleiters den Einstieg in das Schiedsrichterwesen für interessierte Schülerinnen und Schüler ermöglichen.

Im Jahresprogramm der zentralen Sportlehrerfortbildung am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung - Außenstelle Ludwigsburg wurde für das Schuljahr 2018/19 erstmals auch eine Fortbildungsmaßnahme „Handball für die gymnasiale Kursstufe“ angeboten. Dieses Angebot wird zukünftig fortgeschrieben. Damit ist Handball in der zentralen Lehrerfortbildung nicht nur für die Grundschule und Sekundarstufe 1, sondern auch für die gymnasiale Kursstufe fest verankert.

In seinem inklusivem Pilotprojekt „Trainer-Assistenten Ausbildung“ zeigt sich der HVW wieder einmal als Vorreiter. 2020 wurden an zwei Wochenenden an der Ruiter Landessportschule in Kooperation mit Special Olympics Deutschland elf Menschen mit geistiger Behinderung zu Trainer-Assistenten ausgebildet. Eine weitere Ausbildungsreihe ist für 2021 geplant.

Alle, die im VAJSB mitarbeiten und ihr Engagement einbringen, haben auch in den kommenden drei Jahren große Motivation, unsere Arbeit im Ausschuss positiv zu gestalten und den Handball weiter voran zu bringen. Ich danke allen Mitgliedern, die diesen Weg mit mir gemeinsam gehen und freue mich auf die nächsten drei Jahre mit hoffentlich vielen interessanten Erfahrungen und tollen Erlebnissen.

Ihr Michael Daiber
Vizepräsident Jugend Schule und Bildung
Im September 2020

Liebe Handballfreunde,

mit dem Verbandstag 2020 endet für mich eine sehr turbulente erste Amtszeit als Vorsitzender des VA Spieltechnik. Bereits auf der ersten Präsidiumssitzung nach dem letzten Verbandstag gab es den präsidialen Auftrag an die Spieltechnik den langen Relegationsmarathon einzukürzen. Nach einer ausführlichen Analyse der Spielklassenstruktur wurde schnell klar, dass im bisherigen 2-3-8er Modell (2 WL, 3 LL, 8 BL) die Relegationen immer gespielt werden müssen. Über Monate verbrachten wir mit Gedankenspielen wie wir das Problem lösen können, auch um die Spielstärke der Ligen weiter zu erhöhen. Die Anzahl der Spiele blieb ebenfalls immer ein wichtiger Faktor, die Einteilung aller Spiele mit Schiedsrichtern muss gewährleistet bleiben. Unter Einbindung aller Spieltechniker aus den Bezirken, in denen teilweise mit großen Emotionen diskutiert wurde, konnte die neue Spielklassenstruktur mit der 1-2-4-8er Pyramide im Jahr 2019 dann vorgestellt, in allen Bezirken präsentiert und anschließend in VA Spieltechnik und Präsidium beschlossen werden. Der Übergang sollte nach der Saison 2019/2020 auf einmal umgesetzt werden. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Kollegen und Mitdenkern bedanken, die an der neuen Spielklassenstruktur mitgearbeitet haben. Nur im Team war es möglich diese Struktur so durchdacht zu entwickeln!

Parallel wurden die Durchführungsbestimmungen immer wieder an kleinen Punkten geschärft, die Videopflicht eingeführt und immer wieder versucht Bürokratismus abzubauen. Leider wurden wir ab und an von unseren Vereinen enttäuscht, die doch jedes noch so kleine Schlupfloch für den eigenen Vorteil suchen und uns wieder zu restriktiveren Formulierungen trieben.

Auch überverbandlich war das Aufgabenfeld in der Spieltechnik arbeitsreich. Die Einführung der BWOL in der männlichen A-Jugend als Reaktion auf die Verkleinerung der Jugend-Bundesliga Handball zu dieser Saison war nur ein wichtiger Anker. Die Neuformierung des Landesauschuss Spieltechnik und die zukunftsweisende Arbeit in der AG Spieltechnik HBW bedurften ebenfalls so manch anstrengender Sitzung, auf denen zahlreiche Konfliktpunkte in der Arbeit in den drei Landesverbänden aufkamen. Von Sitzung zu Sitzung rückten die LVs immer näher zusammen und schafften es mehr und mehr Dinge anzugleichen, so dass die Vision „ein Handball-BW“ immer näher zu rücken schien.

Doch dann kam im Februar 2020 der Bruch aufgrund eines kleinen bösen Virus, der erstmals alle Pläne zunichtemachte. Beendigung des Spielbetriebes, Wertung der abgebrochenen Saison, Einteilung der Staffeln zur neuen Spielklassenstruktur, Absage der Jugendqualifikation und häufig ein langes Warten auf Entscheidungen der Politik. Es galt ein enormes Pulverfass zu kontrollieren und besonnen zu entscheiden. In dieser Phase fand ein großes Stühlerücken innerhalb des Verbands statt. Anstatt auf Abstand zu gehen griffen nun immer mehr Zahnrädchen ineinander und die Stühle rückten näher zusammen. Es wurde lösungsorientierter gearbeitet und dabei stets versucht auf Schnellschüsse und emotionsgeladene Entscheidungen zu verzichten. Eine Videokonferenz folgte der nächsten Telefonkonferenz, unzählige Mails wurden geschrieben und bearbeitet. Die zeitliche Belastung im Ehrenamt überschritt häufig alle Grenzen.
Entscheidungen mussten irgendwann dennoch gefällt werden und so kam es, sowohl bei der Staffelzusammensetzung der Männer und Frauen, aber vor allem bei der Einteilung der Jugendligen, zu Unmut bei einigen Vereinen. Irgendwo musste ein Strich gezogen werden. Es war nicht möglich alle Entscheidungen zur Zufriedenheit aller zu treffen. Folglich nutzten manche Vereine den Rechtsweg, um ihre Sichtweise zu untermauern. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtes mussten wir unsere Einteilung in der BWOL der weiblichen Jugend B noch einmal abändern, zwei weitere Verfahren wurden zu Gunsten des Verbandes entschieden. Gerade die Einteilung der Jugend und die damit verbundenen Diskussionen beschäftigten mich persönlich doch sehr, gingen doch manche Vorwürfe auch unter die Gürtellinie.

Bedanken möchte ich mich hier aber bei der Vielzahl an Vereinen, die uns unterstützten und auch mal eigene Interessen den Gesamtinteressen des Verbandes hintenanstellten. Die zahlreichen Dankesmails und Glückwünsche haben schlussendlich doch gezeigt, dass wir unterm Strich die richtigen Entscheidungen getroffen haben.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei meinen Mitstreitern, ohne die die Arbeit gar nicht möglich wäre. An erster Stelle ist hier Andrea Schiele von der Geschäftsstelle zu nennen. Danke Andrea für das Einbringen deines enzyklopädischen Wissens, deinem stets offenen Ohr und deines extrem breiten Kreuzes, mit dem du uns Ehrenamtliche immer schützt!
anke Axel Speidel für dein strukturiertes Denken und deine ruhige und stets sachliche Art an die Dinge heranzugehen. Danke Thomas Hettler und Miriam Kock für das Organisieren des Jugendspielbetriebes und natürlich auch Danke an alle Staffelleiter, Bezirks- und Vereinsmitarbeiter die uns immer wieder in der tagtäglichen Arbeit unterstützen. Mit euch allen bin ich bereit den begonnenen Weg weiter zu gehen!

Michael Roll
Vorsitzender Verbandsausschuss Spieltechnik
Im Oktober 2020

Seit dem letzten Verbandstag 2017 gab es einige personelle Veränderungen im VALL des Handballverbandes Württemberg. Mittlerweile ist Jürgen Lebherz für den „Leistungssport männlich“, Maike Weiss (aktuell Elternzeit) für den „Leistungssport weiblich“ und ich in meiner Funktion als Landestrainer und Lehrwart für die „Traineraus- und fortbildung“ sowie die Themengebiete „Organisation/Verwaltung, Zusammenarbeit mit den Bezirken und Schultraining“ verantwortlich.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten konnten wir in den letzten drei Jahren einen Anstieg der Bewerbungen im Bereich der C- und B-Lizenzausbildung verzeichnen. So meldeten sich jährlich über 100 Trainerkollegen zur Handball C-Lizenzausbildung an. Dies hatte zur Folge, dass wir die Anzahl der Ausbildungsreihen von drei auf vier erhöht haben. In meinen Augen ein klares Zeichen dafür, dass unsere Sportart in den Vereinen gelebt und weiterentwickelt wird, aber auch die Art und Weise (Präsenzunterricht an der Sportschule) und die Qualität unserer C-Lizenzausbildung landesweit anerkannt und geschätzt wird. Einen sehr großen Anteil an dieser „Erfolgsgeschichte“ hat der WLSB und dessen „Handballfachmann“ Ecki Nothdurft, der eine ideale Besetzung der Schnittstelle zwischen dem HVW und dem WLSB darstellt. Auch die B-Lizenzausbildung wurde in den letzten drei Jahren mit durchschnittlich 23 Trainerkollegen durchgeführt. Neben der beschriebenen Trainerausbildung bot der HVW auch wieder eine Vielzahl an Fortbildungen an. Das Programm setzte sich traditionell aus zentralen Veranstaltungen an der Landessportschule Albstadt (zweitägig, eintägig) sowie dezentralen Maßnahmen wie z.B. der Schwäbische Handballschule und der Fortbildung im Rahmen des Deutschland-Cups der Mädchen zusammen.

Auch im Bereich des Jugendleistungssports konnten wir tolle Entwicklungen verzeichnen. Das sogenannte Frühtraining, das bereits vor einigen Jahren von Axel Kromer initiiert wurde, konnte in den letzten drei Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. An den drei Hauptstandpunkten Stuttgart, Göppingen und Balingen, die in enger Kooperation mit den dort ansässigen Bundesligisten betrieben werden, trainieren mittlerweile insgesamt über 30 Spielerinnen und Spieler. Das bedeutet, dass sie während der Schulzeit wöchentlich Dienstag und/oder Donnerstagvormittag Trainingseinheiten im athletischen und individuellen, handballspezifischen Bereich absolvieren, koordiniert durch den Handballverband Württemberg und durchgeführt von mir als Landestrainer und den dafür freigestellten „Lehrer-Trainern“, die über den LSV finanziert werden. Da in unserem Landesgebiet immer noch keine Internatsstrukturen bestehen, bietet der Handballverband hiermit die Möglichkeit, die Trainingshäufigkeit seiner Talente ein Stück weit an die Internatsbedingungen anderer Landesverbände anzupassen.

Im Bereich der HVW-Auswahlmannschaften wurde von Jürgen Lebherz (männlich) und Maike Weiss (weiblich) sehr gute Arbeit geleistet. Im Rahmen der Auswahllehrgänge, die zweitägig an der Landessportschule Albstadt stattfanden, wurden unsere Auswahlspielerinnen und Auswahlspieler kontinuierlich auf die anstehenden Aufgaben im Verein und Verband (DHB-Sichtung) vorbereitet. Schwerpunkte der Arbeit lagen im individuell technisch/taktischen sowie im athletischen Bereich. In diesem Zusammenhang konnte wir mit Steffen Hepperle einen „Athletiktrainer“ gewinnen, der durch seine Handball- (B-Lizenz) und Leichtathletiktrainerausbildung (A-Lizenz) eine ideale Kombination aus handballerischem und athletischem Wissen vermitteln kann. In seiner Funktion als Lehrer ist er zusätzlich in das Frühtraining in Stuttgart eingebunden, eine ideale Verbindung zwischen Frühtraining und Auswahlmaßnahmen.

Abschließend möchte ich mich bei all meinen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kollegen des VALL, der Geschäftsstelle, des geschäftsführenden Präsidiums, des Präsidiums und der Bezirke für die Zusammenarbeit in den letzten drei Jahren bedanken. Wir stecken aktuell in einer schwierigen Phase, die auch noch eine Weile andauern wird. Ich bin mir sicher, dass wir diese Pandemie nur zusammen meistern können. Dementsprechend wünsche ich mir auch weiterhin eine kollegiale und ehrliche Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes und zwischen dem Verband und seinen Bezirken und Vereinen. Ich freue mich auf die kommenden Jahre im HVW.

Nico Kiener
Vorsitzender Verbandsausschuss Lehre und Leistungssport
Im November 2020

Allgemeine Situation

Das Schiedsrichterwesen im Handballverband Württemberg e.V. hat in seiner Ausgangslage mit Verlusten im Bereich der aktiven Schiedsrichter zu kämpfen. Wie auch bei den Mannschaftszahlen und aufgrund des Ausstiegs vieler älterer Schiedsrichter nehmen die Schiedsrichterzahlen stetig ab. Die Verteilung der Rückgänge ist in den acht Bezirken sehr unterschiedlich, was hierdurch wieder unterschiedlichste Probleme mit sich zieht. Manche Bezirke können bereits heute die Spielklassen auf Bezirksebene nicht mehr adäquat besetzen.

Generell ist durch die fortschreitende Technisierung die Zusammenarbeit in den Bezirken insge-samt gestiegen. So finden regelmäßige Klausurveranstaltungen statt und Mitglieder des Verband-ausschusses haben schon mehrfach Sitzungen in den Bezirken begleitet.

In Bezug auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen ist ebenfalls positiv hervorzuheben, dass es hier in vielen Bereichen zwischenzeitlich einen gemeinsamen Blick auf das große Ganze gibt.

Entwicklung der Schiedsrichterzahlen

Wie initial berichtet sind die Gesamtschiedsrichterzahlen die letzten Jahre gesunken. Erfreulicherweise kann diesem Abschwung aber derzeit entgegen gewirkt werden. Dies liegt vor allem an Projekten wie dem Kinderhandballspielleiter, welches der Ausschuss von Jugend, Schule, Bildung auf den Weg gebracht hat. Dieses wurde weiterentwickelt und ein weiterer Schritt in Richtung Schiedsrichter geschaffen, nämlich mittels der Einführung eines Jugendhandballspielleiters. Das neue Projekt wurde bereits erfolgreich in den Bezirken Esslingen-Teck und Neckar-Zollern erprobt und soll nun in die anderen Bezirke ausgerollt werden. Auch die vom Deutschen Handballbund geschaffene Möglichkeit des E-Learnings über das Schiedsrichterportal rundet die positive Entwicklung ab, da künftig die Präsenzveranstaltungen reduziert werden. Die stufenweise Ausbildung sowie die Möglichkeit des E-Learnings bieten die Möglichkeit, neue und vielversprechende Zielgruppen anzuspre-chen. Insgesamt bedarf es aber in diesem Bereich vor allem auch die Unterstützung der Vereine, da diese direkt an der Quelle der Handballinteressierten sind und hier die perfekte Schnittstelle bieten.

Strukturelle und technische Änderungen im Schiedsrichterwesen

Durch die Spielklassenstrukturreform hat sich auch im Schiedsrichterwesen manches verändert. So spielen insgesamt mehr Mannschaften auf Verbandsebene, was den Bedarf an Verbandsschiedsrichtern ebenfalls erhöhte. Durch die Einführung einer 3. Leistungsklasse im Verband, wurden auch die dortigen Schiedsrichterkader neu strukturiert.

Auch im Bereich Technisierung wurde kein Halt gemacht. Zur Förderung der Leistungsstärke hat das Präsidium in der letzten Hallensaison die Einführung von Schiedsrichter-Headsets im Bereich der Württemberg-Liga genehmigt. Durch den Einsatz der technischen Hilfsmittel wurde bereits eine effektive Leistungssteigerung bewertet, welche sich sowohl in den Neutral- als auch Vereinsbeobachtungen deutlich niederschlägt. Damit zeigt sich, dass diese Unterstützungsmöglichkeit insge-samt positiv auf den Spielbetrieb wirkt.

Veränderungen durch neue Generationen

Wie in allen Bereichen des Lebens verändert sich der Alltag durch das Aufeinandertreffen ver-schiedenster Generationen. Die Dynamik in der Gesellschaft hat zugenommen, was auch für die Verfügbarkeit von Schiedsrichtern Auswirkungen hat. Im Bereich der Perspektiventwicklung werden Themen wie studien- oder berufsbedingte Umzüge, längerfristige Auslandsaufenthalte, Ter-minüberschneidungen an Wochenenden immer häufiger. Die notwendige Flexibilität von allen Beteiligten steigt daher von Jahr zu Jahr. Durch schlankere Prozesse und aktive Begleitung von Schiedsrichtern ab dem Verbandsspielbetrieb, kann hier in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung aktiv eingewirkt und unterstützt werden.

Insgesamt fordert die hohe Flexibilität jedoch auch ihren Tribut, da auch viele neue Bedürfnisse eingegangen werden muss und sich auch in der Priorisierung der Tätigkeit als Schiedsrichter vieles ändert. Die alten Hasen, welche teilweise über 40 Spiele pro Saison leiten, entfallen und die jungen Schiedsrichter, haben häufig nicht die Kapazitäten, so viele Spiele zu leiten.

Ausblick durch Rückblick

Wenn man die letzten Spieljahre betrachtet, erkennt man, dass im Bereich des Schiedsrichterwesens viel Wandel besteht. Es mussten alte Prozesse modernisiert werden, um sich für die Zukunft aufzustellen. Über 90 offene Themenfelder galt es 2018 noch zu bearbeiten, um das Schiedsrichterwesen am Zahn der Zeit zu halten.Sehr erfreulich ist daher auch die positive Unterstützung durch das Präsidium, welches erkannt hat, dass ein funktionierender Spielbetrieb unter anderem auch ein starkes Schiedsrichterwesen benötigt. Die notwendige Fokussierung findet daher in letz-ter Zeit vermehrten Einhalt und soll auch eines der Schwerpunktthemen für die kommende Amtsperiode darstellen. Ungeachtet äußerer Einflüsse ist es zwingend notwendig, die Sportart Handball zukunftsträchtig zu gestalten und alle notwendigen Akteure – egal ob Spieler, Trainer, Zuschauer oder Schiedsrichter perspektivorientiert mitzunehmen.

Die letzten Jahre waren eine Zeit der Konzeptionen. So wurden viele Projekte gestartet, viele Möglichkeiten erprobt und evaluiert, was Maßnahmen der Zukunft sein könnten. Nun gilt es, diese an die Basis zu bringen. Dies bedeutet, dass Transparenz und Kommunikation durch den Verband über die Bezirke durch deren Vereine an den jeweiligen potentiellen Interessen klar und strukturiert transportiert werden müssen und gerade hier eine wichtige Aufklärung stattfinden muss, wie und in welcher Form jeder Einzelne die Sportart Handball unterstützen kann.

Intensivierung auf allen Ebenen

Um die Ziele des Ausblickes zu erreichen, ist es unabdingbar, die bereits begonnene intensive Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu forcieren und entsprechend konzeptionell und einheitlich das Thema Schiedsrichterwesen voran zu bringen. Grundstein hierfür war unter anderem die gemeinsamen Lehrgänge von Handball-Baden-Württemberg mit allen drei Mitgliedsverbänden sowie die künftige Aufstellung des BWOL-Schiedsrichterwesens. Auch einer Zusammenarbeit innerhalb des HVW wird hier mehr Wichtigkeit zu teil. Gleiches gilt natürlich für die Akteure in den Bezirken, insbesondere dem Bezirksschiedsrichterwarten mit deren jeweiligen Kommissionen. Dafür dankt ihnen der Verbandsausschuss Schiedsrichter für ihre Unterstützung.

Dirk Zeiher
Vorsitzender Verbandsausschuss Schiedsrichter
im November 2020

Im Zuge des Projektes „Von Frauen für Frauen“, das im Zuge des Nachhaltigkeitspreises durch den Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) gefördert wurde, setzte sich der HVW das Ziel, beim Verbandstag 2017 wieder Frauen für das Präsidium des HVW und seinen Untergliederungen zu gewinnen. Darüber hinaus sollten Frauen für themenbezogenen Aktionen und Arbeitskreise gewonnen werden, in denen sie auch federführend mitwirken. Denn die Ergebnisse einer Umfrage, die im Vorfeld der Frauen-WM 2017 erstellt wurde, waren deutlich: Mit über 90.000 Mitgliedern und über 400 Mitgliedsvereinen zählt der Handballverband Württemberg zu den größten Handballverbänden in Deutschland. 2016 waren knapp 44% der Mitglieder weiblich, aber im Präsidium arbeitete keine Frau mit, ebenso waren kaum Frauen in den Verbandsausschüssen vertreten. In den Bezirken waren einige, wenige Frauen in den Bezirksausschüssen vertreten, allerdings nicht annährend in der gewünschten Anzahl. Ernüchternde Zahlen. Die Heim-WM sollte genutzt werden, um mehr Frauen für die ehrenamtliche Arbeit im Verband, in den Bezirken und auch in den Vereinen zu gewinnen. Im Vorfeld des Verbandstages fanden so mehrere Regionalforen für Frauen statt, um Meinungsbilder einzufangen, aber auch engagierte Frauen zu motivieren im HVW aktiv mitzuarbeiten. Als Ergebnis erarbeite der HVW, federführend durch HVW-Präsident Hans Artschwager und HVW-Mitarbeiterin Stephanie Bermanseder, einen Maßnahmen-Katalog, dessen Ziele auch weitestgehend umgesetzt wurden. Beim Verbandstag 2017 in Esslingen wurde ich zur neuen Vorsitzenden des Verbandsausschuss Frauen gewählt. Die Position war seit 2014 unbesetzt. Mit meinem Team konnte ich in den letzten drei Jahren eine Vielzahl an Projekten planen, aber auch umsetzen.

Bereits seit der Heim-WM 2017 verfolgt der HVW eine eigene Kampagne, um vor allem den Mädchen- und Frauenhandball zu fördern. Unter dem Motto „go wild girlz“ gab es damals verschiedene Aktionen rund um den WM-Standort Bietigheim-Bissingen. So wurde u.a. ein Frauenforum mit über 50 Teilnehmerinnen durchgeführt, ein Workshop für Schiedsrichterinnen und gleich drei Trainingscamps speziell für Mädchen angeboten.

Einige Dinge haben wir auch nach der Weltmeisterschaft beibehalten. So ist der Verbandsausschuss Frauen beispielsweise bei Veranstaltungen im Verbandsgebiet, wie dem Olymp Final4 in der Porsche-Arena, der Mini-WM der Heilbronner Stimme oder dem Deutschland Cup, mit einem eigenen Stand vertreten, um auf die Materialien der Kampagne, bestehend aus T-Shirts, Lippenpflegestiften, Trinkflaschen und Turnbeutel hinzuweisen. Auch das Mädchen-Camp hat sich mittlerweile etabliert: 2019 nahmen allein über 50 Mädchen am HVW-Mädchencamp teil, das parallel zum Olymp Final4 in Kooperation mit dem SV Stuttgarter Kickers stattfand und auch den Besuch des Finaltags beim Olymp Final 4 beinhaltete. Im Jahr 2020 wurde dieses Camp wieder angeboten, nun sogar einen Tag länger. Die Corona-Pandemie machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung. Nachdem das Olymp Final4 abgesagt wurde, wurde auch das Mädchencamp abgesagt. Wir nehmen einen neuen Anlauf in 2021.

Mit unserem „go wild girlz-Logo“ möchten wir all diese Bestrebungen weiter in die Fläche tragen. Brandneu sind die T-Shirts, die die HVW-Mädels des Jahrganga 2003 bei ihrer Verabschiedung im November 2019 im Rahmen des Länderspiels der deutschen Frauen gegen Montenegro in der SCHARRena Stuttgart bekommen haben. Aber nicht nur die Kampagne ist ein Ergebnis unserer Arbeit. Bereits im Frühjahr 2018 erarbeitete der Ausschuss bei der Klausurtagung unter professioneller Mithilfe von Sabine Brommer ein Mentoringprojekt für junge Trainerinnen und Schiedsrichterinnen des Verbandsgebietes. Leider haben wir bisher noch keine geeigneten Kandidaten gefunden, die wir in unserem Mentoringprojekt coachen möchten. Dies ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass es insgesamt wenig Frauen im Trainerjob gibt. Die wenigen möchten oft keine Schwäche zeigen oder zugeben, dass sie in der männerdominierten Handballwelt gerne Hilfe annehmen möchten. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Frauen trauen, sich beispielsweise für die B-Lizenzausbildung anzumelden, und dass wir es wieder schaffen mehr Frauengespanne im Schiedsrichterbereich zu entwickeln, die es auch bis ganz nach oben schaffen.

Abschließend wünsche ich den Mädchen und Frauen des Handballverbandes Württemberg: „Go wild girlz“ und bedanke mich bei meinen Frauen des Verbandsausschuss für die vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit.

Ilka Korn
Vorsitzende Verbansaausschuss Frauen
Im November 2020

Wie zu den letzten drei Verbandstagen umfasst der Bericht „alle Bereiche/Gremien des Rechts im HVW“.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sparte Recht - im Haupt- wie im Ehrenamt - waren sowohl in zeitlicher wie auch in fachlicher Hinsicht, zum Leidwesen des einen mehr und erfreulich für den an-deren weniger, doch sehr gefordert und es war kein Mangel an Arbeit zwischen dem Verbandstag 2017 und der zum Verbandstag 2020 zu Ende gehenden Wahlperiode zu beklagen.

Auf Vorgänge möchte ich vorab näher eingehen, die die übrigen Arbeiten etwas überlagerten, mit denen die Sparte Recht konfrontiert wurde und die sicherlich über den Verbandstag 2020 hinaus noch eine geraume Zeit den Verbandsausschuss Recht (VAR) und die Gerichte weiter beschäftigen werden.

  • Änderung bei den Sportgerichten ab 1.7.2017
  • Handball Baden-Württemberg e.V.
  • Jährliche Führungsseminare Recht HVW
  • Gegenseitiger Umgang im Spielbetrieb und in Rechtsfällen

Änderung bei den Sportgerichten ab 1.7.2017

Erfreulicherweise erfüllten sich die Überlegungen bei der durchgeführten Bezirksstruktur für die Sportgerichte. Die Kalkulation der Verfahrensanzahl aus den früheren acht Bezirkssportgerichten für das neu geschaffene Verbandssportgericht 1. Kammer, zuständig für den gesamten Bezirksspielbetrieb im HVW, stellte sich als richtig heraus.

Beim jetzigen Verbandssportgericht 2. Kammer, früher Verbandssportgericht blieb die Anzahl im Rahmen der Vorjahre.
Was aber nicht vorauszusehen war, ist der Umstand, dass die Verfahren bei beiden Kammern, geballt in einem sehr engen Zeitrahmen zu Ende der Meisterschaftsrunden des lfd. Spieljahres und fortführend in den anschließend durchgeführten Qualifikationsspielen im Jugendspielbetrieb, angefallen sind. Diese zeitliche Enge brachte die Mitarbeiter der Rechtsinstanzen vor allen Dingen in zeitlicher Hinsicht in arge Nöte, ebenso auch das Hauptamt auf der Verbandsgeschäftsstelle, was oftmals von den Ver-einen gerade dann kritisch kommentiert wurde, wenn die Verfahren nicht in der gewünschten Zeitspanne erledigt wurden. Hier ist aber zu bedenken, dass die überwiegende Zahl der Sportkameraden neben ihrer ehrenamtlichen auch in ihrer beruflichen Tätigkeit gefordert ist, was berechtigterweise Vorrang hat. Da hier keine Änderung abzusehen ist - die Tendenz wohl eher dahin geht, dass sich die Situation zukünftig noch verschärft - wird es Aufgabe des Verbandes sein, hier für eine Verbesserung der Situation, in welcher Art auch immer, Sorge zu tragen.

Handball Baden-Württemberg e.V.

In der Klausurtagung der Landesverbände in Baden-Württemberg im Mai 2018 wurde der Beschluss gefasst, Arbeitsgruppen zu bilden, die Möglichkeiten erarbeiten sollten, in welchen Bereichen Arbeiten und Zuständigkeiten für alle drei Landesverbände durch HBW e.V. zentral erfolgen könnten. Aus der Sicht des Rechts ist in diesem Zusammenhang darauf zu verweisen, dass die „Rechtler der drei Landesverbände“ schon seit dem Jahr 2009 dieser Vorstellung „im vorauseilenden Gehorsam“ Rechnung getragen haben. Es fanden bis heute jährliche Sitzungen statt, in denen, in Bezug auf den bei HBW e.V. eingerichteten Spielbetrieb sowie im Sinne einer Gleichbehandlung der Vereine in Baden-Württemberg, die Rechtsmeinungen zu Urteilen der Bundesgerichte DHB und Ordnungen des DHB usw. - soweit möglich - abgestimmt wurden.
Es ist auch weiterhin unsere Absicht, diese jährlichen Sitzungen abzuhalten, und es wird auch unsere weitere Aufgabe sein, die Ergebnisse der anderen Arbeitsgruppen in rechtlicher Hinsicht bei HBW und den drei Landesverbänden zu verankern.

Jährliche Führungsseminare Recht HVW

Die jährlichen Führungsseminare Recht HVW fanden auch in den Jahren 2017-2019 wieder statt. Sie sind ein fester und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil für das Rechtswesen innerhalb unseres Verbandes, mit einer guten Strahlkraft nach außen und eine wichtige Grundlage für unserer Rechtsorgane. Ohne überheblich zu wirken, kann darauf verwiesen werden, dass ohne diese Seminare und deren Ergebnisse, die an die Vereine weitergegeben werden, die Anzahl der Verfahren bei den Sportgerich-ten weitaus höher gewesen wäre. Auch innerhalb der Sportgerichte und der Spielleitenden Stellen Recht (SpStR) bilden sie eine gute Basis für die Rechtsanwendung. Dies macht sich bemerkbar an den verschwindend geringen Berufungsurteilen gegen erstinstanzliche Urteile und auch den relativ wenigen Einsprüchen gegen Bescheide. Was aber bitte nicht als Anregung für betroffene Vereine missdeu-tet werden soll, für mehr Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei unseren Verbandsgerichten und der SpStR zu sorgen.

Gegenseitiger Umgang im Spielbetrieb und in Rechtsfällen

Der Handball ist nicht für sich allein gestellt, sondern er ist ein Teil unserer Gesellschaft. Leider zeichnet sich, wie im tagtäglichen Leben auch, hier die Tendenz zur „Verrohung der Sitten und des Verlustes gegenseitigen Respekts und gegenseitiger Achtung“ ab. Aus vielen Vorgängen, die Grundlage waren für den Erlass von Sperrbescheiden und Strafanträgen geht dies hervor - abzuleiten aus dem Verhalten in Wort und Tat von Spielern, von Zuschauern auf den Tribünen und neben dem Spielfeldrand und in besonderer Weise gegenüber den Schiedsrichtern mit Beleidigungen bis hin zur Androhung von Gewalt und tätlichen Angriffen. Ein solches Verhalten schreckt so manche junge Sportkameraden/innen ab, sich als Schiedsrichter zu engagieren.
Mit Blick auf den großen Bruder Fußball, sind die dortigen extremen Ereignisse Gott sei Dank in der Art bei uns noch nicht vorgekommen. Dennoch war und ist es notwendig, auch bei uns Zeichen zu setzen und Vorsorge zu treffen, besonders zum Schutz unserer Schiedsrichter.
Absolut unverständlich und verwerflich und in keiner Weise hinnehmbar ist die Tatsache, dass auch Schiedsrichter selbst in verbaler Art und Weise ihre pfeifenden Kollegen in übelster Art beleidigen oder sich anderweitig nicht zu benehmen wissen. Deshalb hat die Rechtsseite bei solch schwerwiegenden Vorkommnissen bereits angefangen, solchem Verhalten mit drastischeren Strafen und Sperren entgegenzuwirken. Ob dies ausreichend ist, wird sich zeigen. Diesbezüglich ist der Verband aber auf jeden Fall auch auf die Mithilfe der Vereine angewiesen.

Auch bei der Einlegung von Rechtsbehelfen ist der Umgangston rauer und fordernder geworden. Dies muss nicht sein. In vielen Fällen wäre ein sportkameradschaftlicher Umgangston von Nöten und ange-bracht, gemäß dem Motto „hart aber fair“.

Zu den Rechtsorganen im Einzelnen

  •  Spielleitende Stelle Recht

Wie immer trug die Spielleitende Stelle Recht die Hauptlast bzw. das Massengeschäft bei Erlass von Bescheiden aus dem laufenden Spielbetrieb des Verbandes. Die Tendenz der Anzahl der Bescheide ist weiter absteigend. Von zwischen 350 bis 400 im Spieljahr 13/14 und davor, wurden 14/15 und 15/16 nur noch 284 bzw. 287 Bescheide erlassen. Zur Halbzeit des Spieljahres 16/17 hatte sich die Anzahl fast halbiert. Stand heute waren es für das Spieljahr 17/18 229 Bescheide, 18/19 280 Bescheide und 19/20 (Hinrunde) 106 Bescheide.
Diese rückläufigen Zahlen sind sicherlich eine Auswirkung aus der Einführung des Online-Spielberichts (sehr wenige Passvergehen, Ausfüllen SBO usw.) und der Online-Schiedsrichterbeobachtung (Erinnerung an Abgabe) mit ihren Automatismen.

Die derzeitigen Amtsinhaber haben ihre weitere Mitarbeit für die Zeit nach dem VT 2020 zugesagt.

  • Verbandssportgericht 1. Kammer

Beim Verbandssportgericht 1. Kammer sind insgesamt 29 Verfahren angefallen, aufgeteilt auf das Jahr 2017 nach dem VT mit 5 Verfahren, auf das Jahr 2018 mit 11 Verfahren, auf das Jahr 2019 mit 10 Verfahren und auf das Jahr 2020, Stand Abgabe des Berichts, mit 3 Verfahren, denen folgende Sachverhalte zugrunde lagen:

  1.  7 Einsprüche gegen Spielwertungen, davon waren 3 unzulässig (Formmangel), 2 unbegründet, einem wurde stattgegeben und ein Verfahren ist noch anhängig.
  2.  8 Einsprüche gegen Bescheide wegen Strafen/Sperren, davon waren 3 unzulässig (Formmangel), einer unbegründet, 3 wurden aufgehoben und einer war nur teilweise begründet.
  3. 14 Strafanträge gegen SR, Spieler und Vereine: 2 wegen Verstoß gegen § 22 RO DHB, 1 Verstoß wegen § 25 RO Vernachlässigung Ordnungspflicht und 8 wegen grob unsportlichem Verhaltens, davon 1 noch laufendes Verfahren, 3 Strafanträge wurden zurückgewiesen.

Im Grunde genommen ist die eine zu bewältigende Arbeit bei im Schnitt 10 Verfahren im Jahr, es sei denn, alle Verfahren kommen geballt und müssen zeitlich sehr eng bearbeitet werden.

Bernd Bleile hat auch für die nächste Wahlperiode zugesagt, als Vorsitzender dieser Kammer zur Verfügung zu stehen. Satzungsmäßig werden die Beisitzer durch die acht Bezirke gewählt. Dabei dürften sich außer beim Bezirk 3 keine Veränderungen ergeben.

• Verbandssportgericht 2. Kammer

Beim Verbandssportgericht 2. Kammer sind insgesamt 26 Verfahren angefallen, aufgeteilt auf das Jahr 2017 nach dem VT mit einem Verfahren, auf das Jahr 2018 mit 8 Verfahren, auf das Jahr 2019 mit 14 Verfahren und auf das Jahr 2020, Stand Abgabe des Berichts, mit 3 Verfahren, denen folgende Sachverhalte zugrunde lagen:

  1. 3 Einsprüche gegen Spielwertungen, 6 davon waren unbegründet, 2 wurde stattgegeben, 3 wurden nach § 58 RO eingestellt und 2 sind noch laufende Verfahren.
  2. 5 Einsprüche gegen Bescheide wegen Strafen/Sperren, davon war einer unzulässig (Formmangel), einer wurde aufgehoben, 2 wurden eingestellt nachdem der Bescheid aufgehoben wurde und ein noch laufendes Verfahren.
  3. 4 Strafanträge gegen SR, Spieler und Vereine, davon einer wegen Verstoß gegen § 22 RO DHB, 3 wegen grob unsportlichem Verhalten und eine Einstellung.
  4. 1 Einspruch gegen Disqualifikation – unbegründet.
  5. 1 Antrag auf Durchführung Eilverfahren – unzulässig (Formmangel).
  6. 2 Einsprüche gegen Spielansetzung woben der Einspruch selbst ebenso als unzulässig verworfen wurde wie auch die Beschwerde aus demselben Grund.

Leider beendet Ralf Becker aus privaten und beruflichen Gründen als Vorsitzender der 2. Kammer seine Tätigkeit. Diese Entscheidung ist bedauerlich für uns, muss aber akzeptiert werden. Erfreulich ist, dass die Nachfolge bereits geregelt ist. Jascha Seitz, bisher Beisitzer bei der 1. Kammer wird diese Lücke füllen. Bei den Beisitzern sieht es so aus, dass alle jetzigen Beisitzer wieder für die nächsten drei Jahre tätig sein werden. (Anmerkung der Red.: Nach Erstellung des Berichts hat sich Marko Baisch dazu entschlossen seine Tätigkeit als Beisitzer und stellvertretender Vorsitzender zu beenden.)

• Verbandsgericht

Beim Verbandsgericht sind insgesamt nur 3 Verfahren angefallen, aufgeteilt auf das Jahr 2017 nach dem VT mit einem Verfahren, im Jahr 2018 gab es kein Verfahren und im Jahr 2019 insgesamt zwei Verfahren, die erst zum Ende des Jahres eingegangen und Stand Abgabe des Berichts noch anhängig sind.
Allesamt sind Berufungen gegen erstinstanzliche Urteile, über eingelegte Einsprüche.

Eine erfreulich niedrige Anzahl von Verfahren für die Mitglieder unserer Berufungsinstanz, aber auch Ausdruck dafür, dass in den Vorinstanzen eine gut fundierte Arbeit geleistet wurde.
Bei dieser Rechtsinstanz gibt es keine Veränderung in der Zusammensetzung für die nächsten drei Jahre.

• Verbandsausschuss Recht

Auf die Erledigung der satzungsgemäß zugewiesenen Aufgaben in den letzten drei Jahren, den hierfür notwendigen Zeit- und Arbeitsumfang sowie die Intensität der zu leistenden Arbeit für die Mitglieder des VAR und des Rechtswarts im Detail einzugehen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Ganz einfach ausgedrückt: Über einen Mangel an Arbeit kann sich der VAR wahrlich nicht beschweren, es wurde uns bestimmt nicht langweilig und ehrlich gesagt, manchmal auch fast zu viel.
Der VAR selbst hat in der zurückliegenden Zeit 16 Sitzungen abgehalten, ja abhalten müssen, um die herangetragenen Anliegen, Rechtsfragen aus Geschäftsführendem Präsidium, Präsidium und den HVW-Ausschüssen zu klären. Hinzu kam die Teilnahme an vielen Sitzungen dieser Gremien. Einen weiteren großen zeitlichen Umfang nahmen auch die Anfragen der Vereine zum Spielbetrieb wie Spielberechtigung, Einschränkung des Spielrechts, Anfragen wegen Rechtsbehelfen usw. und die Stellungnahmen zu den anhängigen Rechtsverfahren bei den Sportgerichten ein.
Ob der Vorsitzende des VAR und seine Mitstreiter immer dem von außen geforderten Anspruch nachgekommen sind und zufrieden stellen konnten, haben andere zu bewerten.
Der Rechtswart mit seinen Mitstreitern hat – so glauben wir – das Recht zu sagen, dass in der zurückliegenden Zeit eine gute, ehrliche und uneigennützige Arbeit geleistet wurde für unsere Sportkameradinnen und Sportkameraden in den Vereinen, für die Bezirke und den Verband, unter der Vorgabe und Beachtung des zwingenden Rechts.
In manchen Fällen konnte der VAR Wünschen nicht nachkommen, weil gesetzliche Bestimmungen dagegen sprachen. Ganz einfach: Wir konnten nicht mehr einräumen als das Recht zulässt.

Diese Aufgabenstellung und der Anspruch an die Rechtsorgane waren nur zu leisten durch eine außerordentlich gute Mitarbeit innerhalb des VAR und vertrauensvolles Zusammenarbeiten aller Mitglieder in den jeweiligen Rechtsgremien. Hierfür möchte ich allen tätigen Personen meinen höchsten Respekt zollen und ein ehrliches, herzliches Dankeschön sagen. In gleicher Weise gilt dieser Respekt, Dank auch im Namen „aller Rechtler“ an die Sportkameradinnen und Sportkameraden in allen anderen Gremien und Ausschüssen des HVW, die uns durch Rat und Tat bei der Erledigung unserer Arbeit geholfen haben, ganz besonders an das gesamte Team unserer Geschäftsstelle und an die direkt mit dem Rechtswesen betrauten Andrea Schiele und Susanne Gaber.

Entgegen meiner beim letzten Verbandstag kundgetanen Absicht habe ich mich „umbiegen“ lassen, doch nochmals drei Jahre dran zu hängen, im Sinne meiner in der Vergangenheit gezeigten Auffassung, für die Sache Handball und hier insbesondere für das Recht, für unsere Vereine und deren Sportkameradinnen und Sportkameraden ohne Eigennutz zur Verfügung zu stehen.

Deshalb zu guter Letzt eine ganz persönliche Anmerkung: Ich hätte vor geraumer Zeit nicht im Geringsten daran gedacht, dass ich diesen Bericht wiederum mit meinen Schlussworten aus dem Bericht 2017 beenden kann, die da lauteten: „Es gab in der zurückliegenden Zeit wieder viele schöne Momente, die Mut und Freude machten, sich für die Sache Handball einzusetzen, aber gerade in letzter Zeit waren und sind Vorgänge und Momente der Betroffenheit vorhanden, die Zweifel daran aufkommen ließen.“

Vertrauend auf eine alte afrikanische Weisheit

„Wenn Du schnell gehen willst, dann musst Du alleine gehen,
wenn Du weit gehen willst, dann musst Du zusammen mit anderen gehen“

hoffe ich, dass innerhalb unseres Verbandes verstärkt die Grundwerte Mitnahme, Respekt vor Personen und deren anderer Meinung, vertrauensvolles Zusammenarbeiten sowie Mut und Freude für die Sache Handball Vorrang haben werden.

Horst Flum
Rechtswart/Vorsitzender Verbandsausschuss Recht
Im März 2020

Statistik Strafbescheide

Wenn wir doch nur alles wüssten! Offiziell ist die Geschäftsstelle die zentrale Kommunikationsstelle im HVW. Doch was passiert, wenn eine Information absichtlich oder unabsichtlich nicht zu dieser Zentrale kommt? Meist kommt ein „hätte“ dabei raus. Aus dem „hätte“ ergibt sich ein Missverständnis oder eine Fehlinterpretation, weitere Informationen werden nicht miteinander abgeglichen, es folgen Vorwürfe, Vertrauensverlust und Missmut. Ja, das sind Mechanismen, die jeder von uns kennt, aber „eigentlich“ kein Mensch braucht!

Wir alle haben das Ziel Handball zu verbreiten, verbunden mit Spaß und Freude aller Beteiligten. Wenn das jeder beherzigt sind wir stark. Wenn dann noch das Vertrauen in das Hauptamt stimmt, das vornehmlich als operative Einheit fungiert aber eben auch die Ehrenamtlichen als „Denkhelfer“ unterstützt, um Ideen zu entwickeln, voranzutreiben und zu verbessern, dann kann „eigentlich“ fast nichts mehr schiefgehen.

Aus solch konstruktiver Zusammenarbeit entstanden Projekte wie der Kinderhandballspielleiter, der Jugendhandballspielleiter, die Grundschulliga und die Ausbildung zum Trainerassistenten für geistig Behinderte. Ausgebremst werden solche Vorhaben viel zu oft dadurch, dass Ressortzuständig- und Verantwortlichkeiten umstritten sind und erst noch geklärt werden müssen. Anstatt gleich Gas geben zu können und einfach zusammenzuarbeiten werden erst mal hemmende Schleifen eingebaut, schade – „eigentlich“!

Auch auf der Geschäftsstelle haben wir intern ab und an die Schwierigkeit mit sich überschneidender Themen, die derzeit bestehenden Rahmenbedingungen tragen vermutlich nicht gerade zu einer ausreichenden Kommunikation bei. Was aber sicher hilft, ist sich aktiv auszutauschen, doch gerade das muss man bewusst wollen und fördern. Dabei müssen wir – gerade weil Handball ein emotionaler Sport ist – den fairen Umgang mit demokratischen Grundsätzen verfolgen.

Was passiert, wenn einzelne Wenige beginnen aus der demokratischen Linie auszuscheren, haben wir in den letzten Jahren mehrfach erlebt. Wenn direkt aus der Präsidiumssitzung via Mediendienst eine Zeitung kontaktiert wird, man unmittelbar gefasste Beschlüsse schlicht missachtet, um dann doch einfach „sein Ding“ zu machen, wird der Demokratiegedanke konterkariert - fair und sportlich sieht „eigentlich“ anders aus. Dabei wird keineswegs unterstellt, dass diejenigen, die so handeln, es nicht gut meinen - darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr darum, dass ein solches Verhalten ein schlechtes Licht auf den gesamten Verband in der Öffentlichkeit wirft und Verwirrung oder gar Unmut bei allen Beteiligten hervorruft, insbesondere in Zeiten der Sozialen Medien, in denen Informationen an keiner Bezirksgrenze mehr halt machen. Der verursachte Schaden und der daraus sich ergebende Mehraufwand um solche Fehltritte wieder einzufangen ist enorm und bindet auch die Ressourcen auf der Geschäftsstelle.

Das Arbeiten miteinander wird sich zukünftig verändern. Mobiles Arbeiten, neue Telefonzeiten, neue Modelle des Informationsaustauschs in den Gremien aber auch im Lehrwesen sind gefordert. Nutzen wir die Chance uns gerade in diesem Bereich weiterzuentwickeln, die Digitalisierung nicht als Problem sondern als eine interessante Herausforderung zu sehen.

Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle sowie dem hauptamtlichen Trainerpersonal für das große Engagement um mit hoher Motivation alle Themen anzugehen.
Ich bedanke mich auch bei allen Ehrenamtlichen, die im Sinne unseres Verbandes agieren und unglaublich viel Zeit dafür aufbringen, unseren Handballsport hoch zu halten.

Thomas Dieterich
Verbandsmanager
Im November 2020

PS: Für jedes „eigentlich“ und jeden Konjunktiv „müsste“ ich jetzt einen Euro ins „Phrasen“schwein der Geschäftsstelle werfen ;-)
PPS: Da wir nahezu an allen Themen beteiligt sind, verweise ich auf die Berichte der Mitglieder des Präsidiums.

Heinz Nitsche

Nach der ersten Wahlperiode mit Verschlankung der Gremien in den Bezirken ist die Frage zu beantworten, ob die anfallenden Aufgaben von den Vorstandsmitgliedern, den Bezirkskommissionen und der Geschäftsstelle zeitnah und in der notwendigen Breite und Tiefe abgearbeitet wurden. Dies ist mit einem eindeutigen „ja“ zu beantworten, weil alle mit großem Engagement und großer Verantwortung arbeiten. Im Vorstand und in den Bezirkskommissionen wird jeweils im Team gearbeitet, somit konnte vieles für den Handballsport in unserer Region Heilbronn-Franken weiterentwickelt werden. Mein ausdrücklicher Dank geht an alle, die sich ehrenamtlich im Bezirk engagieren, sowie Elke Sander und Anja Schadenberger von der Geschäftsstelle.

Die zielgerichtete Arbeit der Vereine unseres Bezirks trägt erkennbare Früchte. Eine derartige Leistungsdichte von der 1. bis zur 5. Liga gab es noch nie. Handball ist die Mannschaftssportart Nr. 1 in der Region Heilbronn-Franken!

Gradmesser für die Entwicklung im Bezirk ist die Entwicklung der Mannschaften. Seit dem Bezirkstag 2016 haben die Männermannschaften um 2 zugenommen, die Frauenmannschaften leider um 6 abgenommen. Die männlichen Jugendmannschaften sind stabil geblieben. Im weiblichen Bereich müssen wir leider einen erheblichen Rückgang um 19 Mannschaften feststellen, hauptsächlich im A-Jugendbereich. Da dort ein leistungsgerechter Spielbetrieb nicht mehr angeboten werden konnte, hat unser aktiver Bezirksjugendausschuss einmal mehr Innovationsfähigkeit bewiesen und in einem Pilotprojekt einen gemeinsamen Spielbetrieb mit dem Bezirk Enz-Murr vereinbart, mit erstmaliger Durchführung im Spieljahr 2019/2020.

Als Folge der Corona-Pandemie, dem Lockdown ab März 2020 und Einstellung jeglichen Trainings- und Spielbetriebes in den Vereinen war die Sorge groß, dass viele Kinder und Jugendliche für die Saison 2020/21 nicht mehr den Weg in die Vereine zurückfinden. Die Meldezahlen der Jugendmannschaften zeigen zu unserer großen Freude hier folgendes Bild:

  • Saison 2019/20 = 246 Jugendmannschaften
  • Saison 2020/21 = 243 Jugendmannschaften

Dies bedeutet einen Rückgang von lediglich 3 Jugendmannschaften oder 1,2 Prozent.

In diesem Zusammenhang müssen wir Folgendes sehen: In den Grundschulen steigt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund enorm an. Über das Hobby der Kinder entscheidet in der Regel das Elternhaus, oder die Kinder lernen in der Schule etwas kennen, das sie begeistert. Aber auch die Eltern müssen wir für unseren Sport begeistern.
Hinzu kommen die gesellschaftlichen Entwicklungen, denen wir uns stellen müssen. Die Individualität nimmt immer weiter zu, die Freizeitangebote für Kinder steigen.
Wir als Handball vermitteln Leidenschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt – und genau das müssen auch die Eltern erleben.

Der Schlüssel für die Entwicklung unserer Sportart durch die Gewinnung weiterer Kinder für die Vereinsjugendmannschaften liegt in den Grundschulen! Was tun wir in unserem Bezirk dafür? Bereits seit neun Schuljahren sind drei junge Menschen (1 x BFD des Bezirks, 2 x FSJ der Handballakademie Heilbronn-Franken e.V.) an rund 30 Schulen im Stadt- und Landkreis Heilbronn in allen Schularten, insbesondere jedoch an Grundschulen, unterwegs und leiten dort in jeder Schulwoche Handball-Arbeitsgemeinschaften. So gewinnen wir pro Jahr viele Kinder für den Vereinshandballsport.

Für leistungsfähige Kinder bieten unsere Bezirksfördergruppen mit ihren hervorragenden Trainerinnen und Trainern die Grundlage für starken Jugendnachwuchs. Die Spielerinnen und Spieler werden anschließend in den Fördergruppen der Handballakademie Heilbronn-Franken e.V. weiter qualifiziert. Ein weiteres Beispiel, wie die enge Zusammenarbeit mit der Handballakademie ein großer Erfolgsfaktor für uns ist.

Wir freuen uns sehr, dass die Handballakademie Heilbronn-Franken e.V. im Dezember 2019 den Schulpreis des DHB und des Freundeskreises des Deutschen Handballs (FDDH) in der Kategorie für das „Beste Gesamtkonzept“ erhalten hat. Mit den Handball-Arbeitsgemeinschaften an Schulen und dem Angebot von gezielten Fördertrainingseinheiten für talentierte Nachwuchsspieler/innen schafft die Handballakademie buchstäblich den Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport.

Für unseren Bezirksjugendausschuss steht neben der Organisation des Jugendspielbetriebs an oberster Stelle, durch Aktionen die Begeisterung der Kinder und Eltern für unseren Handballsport lebendig zu halten. Dabei hat das legendäre zweitägige Bezirksspielfest mit rund 700 Kindern und vielen Betreuern einen festen Platz im Kalender. Erstmals wurde 2019 eine Mini-WM zusammen mit der „Heilbronner Stimme“ und der JSG Neckar-Kocher in Neckarsulm durchgeführt. Eine sensationelle Veranstaltung mit grenzenloser Begeisterung bei Kindern und Eltern, die aber auch zeigt, wir müssen mehr bieten als „nur“ Handball. Leider fiel aus den bekannten Gründen das Bezirksspielfest 2020 aus. Auch die im Dezember 2020 geplante Mini-WM musste leider abgesagt werden.

Für das neue Angebot der Handball-Grundschulliga im Schuljahr 2019/2020 sind wir eine von drei Pilotregionen im HVW, allerdings die einzige, die Grundschulen in der Fläche für eine Teilnahme begeistern konnte. Hier ist eine besondere Logistik des Transports der Kinder zu den Turnierstandorten erforderlich und Dank der Unterstützung von Sponsoren auch finanziell möglich. Insgesamt nehmen acht Grundschulen mit etwa 120 Kindern an den Spieltagen teil, vier davon mit zwei Mannschaften.
Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion zur vermeintlichen Unterrepräsentanz von Jugendspielern/innen mit Migrationshintergrund haben wir die aktuellen Zahlen erhoben. Nach den Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hatten im Schuljahr 2018/19 von den Grundschülern 29,9 Prozent einen Migrationshintergrund, im Stadt- und Landkreis Heilbronn betrug dieser Anteil 34,8 Prozent. In den teilnehmenden Grundschulen der Handball-Grundschulliga haben wir eine Quote von 42,1 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund ermittelt. Außerdem haben von allen teilnehmenden Kindern bereits 22 den Weg in unsere Vereinsmannschaften gefunden.
Diese Zahlen zeigen deutlich, welches Potenzial für unseren Handballsport in dem Projekt Handball-Grundschulliga liegt!

Im Jahr 2019 wurden erstmals 23 Kinderhandballspielleiter ausgebildet, die bereits eingesetzt werden und sich gut bewähren.

Wie wollen wir uns nun quantitativ und qualitativ in den nächsten Jahren weiterentwickeln? Hier sind selbstverständlich auch die Vereine gefordert. Wie bringen wir mehr Kinder in die Handballvereine? Es ist meine feste Überzeugung, dass der Schlüssel dazu in den Grundschulen liegt. Hier werden und müssen wir alle in den nächsten Jahren viel investieren – es wird sich nachweislich lohnen! Damit kommen wir auch den Zielen des DHB in seiner Strukturreform direkt nach, der die Mitgliederentwicklung sogar noch vor dem Leistungssport derzeit im Fokus hat.

Beim Bezirkstag stellten sich nahezu alle Vorstandsmitglieder erneut zur Wahl und wurden einstimmig gewählt, wobei neuer Bezirksschiedsrichterwart nun Kai König ist. Der Bezirksvorstand setzt sich in den nächsten drei Jahren wie folgt zusammen:

  • Heinz Nitsche als Bezirksvorsitzender
  • Joachim Walz als Referent für Finanzen und Verwaltung
  • Thomas Schadenberger als Bezirksvertreter der Jugend
  • Dietmar Brunn als Bezirksreferent Spieltechnik
  • Jonas Pfauser als Bezirksreferent Lehre und Nachwuchsförderung
  • Kai König als Bezirksschiedsrichterwart und
  • Willi Sommer als Bezirksehrenvorsitzender.

Wir freuen uns sehr, dass auch die einzelnen Bezirkskommissionen vollständig mit Handballkolleginnen und -kollegen besetzt werden konnten. Damit kann auch in den Bezirkskommissionen die Arbeit zielgerichtet fortgesetzt werden.

Mit den heutigen Kommunikationsmitteln erwarten die Vereine schnelle Dienstleistungen. Dabei unterstützt uns die Geschäftsstelle mit Elke Sander und Anja Schadenberger hervorragend. Schnell und zuverlässig, ein großes Plus für unsere Vereine.

Alle, die im Handballbezirk Heilbronn-Franken Verantwortung tragen und mitarbeiten, haben auch in den kommenden drei Jahren große Motivation, unseren Handballsport weiter nach vorne zu bringen. Ich danke allen, die diesen Weg so engagiert mitgehen.

Heinz Nitsche
Bezirksvorsitzender
Handballbezirk Heilbronn-Franken
Im Oktober 2020

Norwin Pollich

Liebe Handballfreunde,

üblicherweise findet sich an dieser Stelle der Bericht des Bezirksvorsitzenden, dessen Amt allerdings in den letzten drei Jahren im Handballbezirk Enz-Murr nicht besetzt war. Daher haben wir diesen Bericht ein wenig umgewandelt und liefern als Bezirksvorstand einen Rückblick über die letzten drei Jahre. Denn letztlich war es erforderlich, im Team zu denken und zu arbeiten, um die fehlende Besetzung des Bezirksvorsitzenden zu kompensieren. Das bedeutet, dass wir auch sämtliche Termine, die seitens des HVW von uns als Bezirk gefordert waren und sind (unter anderem Sitzungen mit den Bezirksvorsitzenden oder die Teilnahme an Präsidiumssitzungen) von uns als Bezirksvorstand abgedeckt haben.

Änderungen durch die HVW-Strukturreform

Mit dem letzten Bezirkstag kam es zu einer weitreichenden Strukturreform, so dass wir uns als Bezirk an der einen oder anderen Stelle reorganisieren mussten. Unter anderem wurde der Bezirksvorstand deutlich verkleinert. Allerdings bot die Strukturreform auch Gestaltungsmöglichkeiten, die wir als Bezirk nutzten. Unter anderem machte sich dies darin bemerkbar, dass wir das Ressort Lehre und Nachwuchsförderung auf zwei Schultern verteilten, was übrigens mittlerweile als Modell auch in anderen Bezirken im Gespräch ist. Des Weiteren haben wir trotz aller Tendenzen zur Straffung, die in der Strukturreform vorgesehen waren, bestimmte Funktionen und deren Umfang bewusst beibehalten. So haben wir von sogenannten „Staffelmanagern“ abgesehen und sind bei unserem Modell der „vielen Staffelleiter“ geblieben, was sicher auch im Sinne der Vereine sein dürfte. Und bestimmte, für uns elementare Aufgabenbereiche, wie die der Spielleitenden Stelle Recht, der Schriftführerin oder auch des Medienbeauftragten wurden von uns ebenfalls organisatorisch beibehalten und in der neuen Struktur berücksichtigt.

Diese organisatorische Neuausrichtung ist ein laufender Prozess, so dass wir hier sicher für die Zukunft immer wieder nachjustieren müssen. So stellt sich aktuell unter anderem die Frage, wie man den immer wichtiger werdenden Schnittstellen zu Schulen und Kindergärten auch von Seiten des Bezirks personell gerecht werden kann. Und auch geplante Projekte wie die Reaktivierung des Bezirksspielfestes spielen in dieser Neuausrichtung eine Rolle. Ebenso stellt sich die Frage, wie der immer größer werdenden Zahl an organisatorischen Aufgabenstellungen Rechnung getragen werden kann, zumal der Bezirk Enz-Murr nach wie vor als einziger Bezirk derzeit ohne eine Geschäftsstelle auskommt.

Mit der Strukturreform kam es auch zur Einführung der „KOOS Bezirke“, was ausgesprochen nichts weiter als „Koordinierungsstelle Bezirke“ bedeutet. Die Schaffung dieser Stelle war ebenfalls ein Ergebnis der sogenannten Zukunftskommission. Die Stelle ist auf der HVW-Geschäftsstelle angesiedelt und wird inhaltlich von Seiten der Bezirke gesteuert. So konnten viele wichtige Aufgabenstellungen, die alle Bezirke gleichermaßen betreffen, von der KOOS Bezirke in den letzten drei Jahren in Angriff genommen und bearbeitet werden. Erfreulich zudem: Mit Daniele Assmann konnte hier eine aus unserer Sicht optimale Besetzung erreicht werden, weil Daniela als ehemalige Abteilungsleiterin des SV Salamander Kornwestheim schon das erforderliche Wissen rund um das Thema Handball für diese Stelle mitbrachte.

Aller Anfang ist schwer …

Dass aller Anfang schwer ist, zeigte sich für den neu zusammengesetzten Bezirksvorstand gleich beim Thema Haushalt. Nachdem schon vor dem letzten Bezirkstag deutliche Signale erkennbar waren, dass bei den Finanzen an der einen oder anderen Stelle ein Eingreifen erforderlich sein würde, wurde auf der ersten Abteilungsleiter-Pflichtversammlung der Vorschlag der Erhöhung des Bezirksbeitrages durch den Bezirk unterbreitet. Im Ergebnis wurde seitens der Vereine eine Haushaltskommission geschaffen, die sich mit dem Thema „Finanzen“ gemeinsam mit dem Bezirk beschäftigte und entsprechende Lösungsansätze für eine Konsolidierung finden sollte. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal explizit bei Rainer Kochlik (SKV Oberstenfeld), Olaf Iglesias (HB Ludwigsburg) und Steffen Kurz (TV Mundelsheim) bedanken, die sich gemeinsam mit Dieter Klein und Axel Speidel die Zeit nahmen, die Finanzen zu sichten und entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.

Letztlich konnte durch diese Maßnahme erreicht werden, dass von der geplanten Erhöhung des Bezirksbeitrages abgesehen werden konnte. Basis hierfür war vor allen Dingen, dass Einsparungen – wo möglich – auf der Kostenseite vorgenommen werden sollten. Durch die Beteiligung der Vereine konnte ein tragfähiges und ausgewogenes Konzept erarbeitet werden, so dass wir heute von einem mehr als soliden Haushalt im Bezirk Enz-Murr sprechen können.

Gleichzeitig wurde auch das Signal seitens der Vereinsvertreter gesendet, dass Veranstaltungen, die als „Dankeschön“ für die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Bezirk in der Vergangenheit stattfinden konnten, auch künftig in der Planung berücksichtigt werden können. Auf diese Weise konnten wir in den Jahren 2017 und 2019 Einladungen zu Handballspielen aussprechen (Frauen WM und Final 4 der Frauen) und im Jahr 2018 eine Bezirksfeier in Ludwigsburg-Pflugfelden abhalten.

Anpassungen und Vereinheitlichungen

In den letzten drei Jahren kam es – bedingt durch die Haushaltskommission, durch steuerrechtliche Fragestellungen und auch auf Grund der Vorarbeit der KOOS Bezirke zu diversen Anpassungen und Vereinheitlichungen. Auf diese wollen wir nachfolgend in aller Kürze eingehen.

Mittlerweile findet eine einheitliche Meisterehrung in allen Bezirken statt. Dieser wichtige, schon von unserer Haushaltskommission geforderte Schritt der Einsparung bei Meisterschaftspreisen, ist in der Zwischenzeit aufgrund von steuerrechtlichen Fragestellungen auch in den anderen Bezirken des HVW angekommen. Ergänzend hierzu ist zu nennen, dass zu Beginn dieser Hallenrunde nach Abstimmung mit den Bezirken einheitliche Spielverlegungsgebühren festgelegt werden konnten. Ausgearbeitet wurde dies durch die KOOS Bezirke.

Im Bereich des Bezirkspokals kam es zur Einführung eines Wanderpokals, der – so die Rückmeldung – bei den Vereinen sehr gut ankommt. Zudem ist man im Jahr 2019 wieder zum Bezirks-Endspieltag zurückgekehrt und hat sich vom organisatorisch deutlich aufwändigeren Final 4 verabschiedet. Auch dies kam auf Grund von Hinweisen der Vereine zustande, so dass wir hier hoffen, künftig auch wieder „kleinere“ Vereine mit der Austragung einer solchen Veranstaltung anzusprechen.

Auf Anregung der Haushaltskommission wurde auch der Schiedsrichter-Ehrenpreis angepasst. Zudem wurden der Fairness-Preis und der Jugend-Ehrenpreis umgestaltet. Beim letzteren wird nun nicht mehr nur das rein sportliche Ergebnis betrachtet, sondern auch, wie ein Verein oder eine Spielgemeinschaft die Schnittstellen Schule und evtl. Kindergarten bedient oder ob am Grundschulaktionstag teilgenommen wird oder nicht.

Spielklassenreform und Spielbetrieb mit Heilbronn-Franken

Auch in der Spieltechnik ist das Rad in den letzten drei Jahren nicht stillgestanden. Die letzten drei Jahre waren sehr stark geprägt durch die Vorbereitung und Umsetzung der Spielklassenreform auf HVW-Ebene. Diese wurde bei uns im Bezirk durch Michael Roll als Vorsitzender der Spieltechnik des HVW vorgestellt und unsere Vereine konnten sich diesen Änderungen mit klarer Mehrheit anschließen. Somit konnte der Bezirk Enz-Murr mit einem klaren Votum „dafür“ in die weiteren Abstimmungen auf HVW-Ebene gehen. Auch dort ist die Reform mittlerweile in trockenen Tüchern, so dass wir ab der kommenden Hallenrunde bei den Männer und Frauen mit einer Württemberg-Liga, zwei Verbandsligen und vier Landesligen agieren. Natürlich drücken wir unseren Vereinen auf HVW-Ebene die Daumen, dass die sportlich gesetzten Ziele in dieser wichtigen Runde auch erreicht werden.

Neu ist seit der Hallenrunde 2019/2020, dass wir in der weiblichen A-Jugend einen über die Bezirksgrenzen hinausgehenden Spielbetrieb mit Heilbronn-Franken haben. Dieser Schritt war aus unserer Sicht notwendig, um zu kleine Staffeln oder zu große Staffeln mit einem entsprechenden Leistungsgefälle zu vermeiden. Auch hier wurden unsere Vereine eingebunden und votierten mit einer klaren Mehrheit auf der erweiterten Sitzung Jugend im Februar 2019 für die angedachte Form des Spielbetriebs mit Heilbronn-Franken.

Fragebogen und Klausur

Wie bereits zuvor angesprochen ist die organisatorische Neuausrichtung ein laufender Prozess, den wir im Bezirk Enz-Murr im Jahr 2019 auf besondere Weise gerecht wurden. Gemeinsam mit der KOOS Bezirke haben wir im Frühjahr 2019 einen Fragebogen konzipiert, damit wir die aktuellen Fragestellungen, Sorgen und Nöte unserer Vereine besser verstehen lernen. Uns ist dieser Bezug zur Basis sehr wichtig, damit keine Entscheidungen im Elfenbeinturm getroffen werden. Und dieser Fragebogen kam anschließend auch in anderen Bezirken zum Einsatz, womit wir hier erneut in der Rolle als „Pilot“ unterwegs waren.

Die von den teilnehmenden Vereinen gelieferten Ergebnisse wurden ausgewertet und an zwei Terminen im Rahmen einer Klausur im Erweiterten Bezirksvorstand besprochen. Für die Leitung des ersten Klausurtermins konnten wir Bernhard Bauer, unseren HVW-Ehrenpräsidenten, gewinnen, der den einen oder anderen Impuls noch mit in die Betrachtung der Aufgabenstellungen einbringen konnte. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an dich, lieber Bernhard, für deine spontane Bereitschaft, uns zu unterstützen.

Wie geplant wurden die Ergebnisse des Fragebogens auf der Abteilungsleiter-Pflichtversammlung den Vereinen präsentiert. Für den Bezirkstag werden wir dann den Vereinen aufzeigen, welche Maßnahmen damit in den kommenden drei Jahren verbunden sein werden. Klar ist aber auch: Bestimmten Aufgabestellungen können wir nur gerecht werden, wenn wir hierfür weitere Funktionen schaffen. Damit ist es aber nicht getan. Elementar ist dann noch die personelle Besetzung neuer Funktionen, ohne die die Erfüllung zusätzlicher Aufgaben nicht möglich sein wird.

Wieder heißt es Abschied nehmen

Leider geht mit dem Bezirkstag auch wieder die Verabschiedung langjähriger Mitarbeiter einher. Im Schiedsrichterwesen müssen wir uns von Hartmut Weinle verabschieden, als Vertreter der Jugend hat seit dem Bezirkstag Jugend Norwin Pollich sein Amt in neue Hände gelegt, im Bereich der Minis müssen wir von unserem Urgestein Barbara Boschen verabschieden und schon während der letzten drei Jahre war es erforderlich, Carsten Schmidmeister im Bereich Lehre zu ersetzen. Für die geleistete Arbeit möchten wir uns bei allen herzlich bedanken, auch wenn wir wissen, dass diese Aussage dem, was ihr an Zeit und Herzblut in eure Themen investiert habt, in keinster Weise gerecht werden kann. Und wir können schon jetzt sagen: Ihr werdet uns fehlen.

Erfreulich ist, dass wir die genannten Ämter weitestgehend bereits nachbesetzen konnten. Dominik Pfinder hat als Schiedsrichterwart das Zepter übernommen, Heiko Schwarz wurde als neuer Vertreter der Jugend auf dem Bezirkstag Jugend gewählt und Alexander Radtke konnte für die Lehre gewonnen werden. Bei den Minis übernehmen Claudia Köhle und Kristina Zivan.

Als neuer Bezirksvorsitzender steht Norwin Pollich zur Verfügung.

Zum Abschluss möchten wir es nicht versäumen, uns bei euch als Vereinen für das Vertrauen zu bedanken, dass ihr uns in den letzten drei Jahren entgegengebracht habt. Nach diesen ersten drei Jahren, in denen wir uns auch in der neuen Organisation zurechtfinden mussten, können wir nun nach vorne blicken und wollen dies mit den Ergebnissen aus der Umfrage auch tun. Wir hoffen daher, dass das wichtige Miteinander zwischen den Vereinen und dem Bezirk so seine Fortsetzung findet.

Der Bezirksvorstand
Enz-Murr
Im Februar 2020

Klaus Hinderer

Liebe Delegierte,

dies ist mein erster Arbeitsbericht als Vorsitzender des Handballbezirks Rems-Stuttgart. Vor drei Jahren hat mir mein Vorgänger Dr. Josef Brandel ein wohlbestelltes Feld übergeben. Dafür danke ich Josef recht herzlich. Doch auch ein bestbestelltes Feld muss ständig bearbeitet werden, damit die Saat im kommenden Jahr aufgeht und gute Ergebnisse erzielt werden. Mit diesem Ziel bin ich angetreten.

Wir haben im Bezirk eine sehr gute Struktur mit den Vorstandsmitgliedern und deren Teams im Hintergrund, die die Bereiche Spielausschuss, Schiedsrichterausschuss, Jugendausschuss, Lehrstab und Spielleitende Stelle Recht abdecken. Darüber hinaus verfügten und verfügen wir mit unserer Sportkameradin Irmgard Illichmann und jetzt mit Bea Keil über eine der besten Leiterinnen einer Geschäftsstelle im HVW.

Alle Geschehnisse der letzten drei Jahre kann und will ich in diesem Bericht nicht anführen. Ich möchte mich deshalb auf die Schwerpunkte der vergangenen drei Jahre mit Stichworten beschränken:

Zu der Sportliche Entwicklung, zu der Jugend- und Nachwuchsarbeit, zu der Mitgliederentwicklung sowie zu der Organisation und den Finanzen.

Sportlich spielten und spielen unsere Vereine lokal, regional und überregional eine sehr gute Rolle. Sowohl bei den Aktiven als auch bei der Jugend gab es bei den Männern und den Frauen in den letzten drei Jahren herausragende sportliche Erfolge: Württembergische Meisterschaften und Baden-Württembergische Pokalsiege, Staffelsiege in der Landesliga und der Württembergliga und gute, zum Teil sehr gute Platzierungen. Unsere Vorzeigemannschaften sind natürlich die Frauenmannschaft des VfL Waiblingen, die in der 2. Bundesliga agiert und die 1. Mannschaft des TVB Stuttgart in der ersten Liga, aktuell mit zwei Nationalspielern.

Besonders stolz dürfen wir auf unsere Jugend- und Nachwuchsarbeit sein. Sie ist in vielen Vereinen beispielhaft. Es verdient höchste Anerkennung, mit welcher Intensität diese Arbeit quantitativ und qualitativ betrieben wird. Viele Vereine haben große, zum Teil sehr große Jugendabteilungen. Immer wieder gelingt es besonders talentierte Spielerinnen und Spieler in die aktiven Mannschaften zu integrieren. In vielen Jugendklassen liegen wir im Vergleich der acht Bezirke mit oder an der Spitze. Die Erfolge der Jugendmannschaften unserer Vereine in den letzten drei Jahren sind höchst erfreulich.

Ein Lichtblick ist in Stuttgart zu erkennen. In der Landeshauptstadt haben sich schwerpunktmäßig im Jugendbereich Teams zusammengefunden, die leistungsmäßig zusammenspielen und auch schon die ersten überregionalen Erfolge erzielt haben. Im Argen liegen hier die fehlenden Hallenkapazitäten der Stadt Stuttgart und auch die Handhabung mit den Übungsstunden. Auch im Bereich der Grundschulliga, die zum Zweck hat, die Grundschülerinnen und Grundschüler an unseren schönen und interessanten Sport heranzuführen, wird in Stuttgart Pionierarbeit geleistet. Wir hoffen, dass dies auch in Kürze Früchte trägt.

Im Gegensatz zum Deutschen Handballbund, zum Handballverband Württemberg und zu vielen Bezirken haben wir seit dem Jahr 2016 wieder Mitglieder gewonnen. Im Jahr 2016 konnten wir im Bezirk einen Tiefststand von 11.857 Mitgliedern verzeichnen. Laut den Zahlen des WLSB von 2019 haben wir aktuell einen Mitgliederstand von 12.342. Dies bedeutet eine Zunahme von 472 Mitgliedern, also knapp über vier Prozent. Die Steigerung wirkt sich auch auf die Meldung der Mannschaftszahlen aus. In der Spielzeit 2016/2017 lagen wir bei 476 Mannschaften, davon 358 Kinder- und Jugendmannschaften. Diese Zahlen stiegen in der Saison 2019/20 auf 500 Mannschaften, davon 361 Jugendmannschaften, an. Dennoch dürfen wir uns gerade in diesem Bereich nicht ausruhen und müssen versuchen, weitere Mitglieder zu gewinnen, insbesondere Ehemalige sowie Kinder und Jugendliche.

Organisatorisch und finanziell ist der Bezirk Rems-Stuttgart gut aufgestellt. Die Finanzen des Bezirks sind geordnet. Ein Problem belastet uns in besonderem Maße – unsere Schiedsrichter. Wir haben zwar aktuell wieder steigende Zahlen im Bereich der Jungschiedsrichter zu verzeichnen, in aller Regel bleiben die Jungschiedsrichter uns nicht lange erhalten. Dies hat sicherlich verschiedene Gründe, ein Hauptgrund ist jedoch mit Sicherheit der Umgang mit den Referees in den Hallen und das bereits bei den Jugendspielen.

Allen Vereinen und ihren Verantwortlichen gilt mein herzlicher Dank, ganz besonders auch den Vereinen, die sich für den Bezirk in besonderer Weise engagiert haben, zum Beispiel bei Bezirksspielfesten, Vergleichsturnieren, Sichtungen, Talentiaden und vielem anderen mehr.
ch danke allen Vereinen für die vertrauensvolle, enge und freundschaftliche Zusammenarbeit. Ich danke dem Bezirksvorstand und dem Bezirksausschuss, den Ressortleitern, den Staffelleitern, allen Mitgliedern unserer Ausschüsse und Kommissionen, den Schiedsrichtern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vor oder hinter den Kulissen zu unserem gemeinsamen Erfolg beigetragen haben und in Zukunft beitragen werden.

Ich danke allen, die als Delegierte den Handballbezirk Rems-Stuttgart an dem Verbandstag vertreten und wünsche für den Verbandstag einen guten und harmonischen Verlauf.

Klaus Hinderer
Bezirksvorsitzender Rems-Stuttgart
Im November 2020

Wolfgang Stoll

I. Allgemeine Situation Handball und Bezirk

Die Euphorie im Spitzenhandball bei der Männer-Nationalmannschaft kann noch nicht ausgelebt werden, denn aktuell fehlen die großen Erfolge und die aktuelle Europameisterschaft in Norwegen und Österreich ist noch nicht endgültig zu bewerten. Im Gegenteil, denn es gab bereits Rückschläge, aber zum Schluss konnte man das Bestmögliche herausholen und noch den guten 5. Platz bei der Europameisterschaft ergattern. Aktuell kommt noch die unschöne Ablösung von Herrenbundestrainer Christian Prokop hinzu. Mit dem gewählten Stil kann man keinen Blumentopf gewinnen. Auch unsere Jugendnationalteams sind zwar gut, aber die großen Meisterschaften sind nicht mehr da und andere Nationen haben uns überholt. Auch die Frauen-Nationalmannschaft ist zwar nicht am Tiefpunkt, aber die richtigen Erfolge waren nicht zu verzeichnen, denn im entscheidenden Moment, zuletzt gegen Schweden bei der WM 2019, hat man doch versagt. Der aktuell 8. Platz ist allerdings noch in Ordnung.

Dann steht die DHB Strukturreform an und erste Zeichen wurden gesetzt. Die Mitgliedergewinnung steht im Vordergrund. Des Weiteren muss der Spitzensport verbessert und gestärkt werden, denn die Nationalmannschaften sollen die Besten der Welt werden, da benötigt man allen Einsatz. Die Angelegenheit, Einzel-Mitgliedsbeiträge zu erheben, ist vorerst auf Eis gelegt.

Im Handballverband gab es in den letzten drei Jahren doch einige wichtige Neuerungen und auch hoffentlich Verbesserungen. Die verabschiedete Zukunftskommission (ZUK) soll unter anderem die acht Bezirke näher zusammenbringen, mit vielen Gemeinsamkeiten. Erstaunlicherweise hatten fast alle Bezirke neue Vorsitzende zu wählen.

Ein weiteres High-Light war natürlich die Verabschiedung der Spielklassenstruktur. Die Umsetzung erfolgt ab der Saison 2020/21 mit der Neueinteilung der Spielklassen (zusätzliche Verbandsliga). Jetzt aktuell kämpfen die Vereine mit der Regelung des Auf -und Abstieges und hier zeigen sich dann schon die Folgen der Reform.

Große Stücke werden auf die ganz jungen Handballanwärter gesetzt. Grundschulliga, Kinderhandball und Jugendhandball steht an vorderster Front. Hieran müssen wir arbeiten und Taten umsetzen und folgen lassen.

II. Zahlen, Daten, Fakten...

1. Mitgliederzahlen

Die demographische Entwicklung schlägt sich auch im Bezirk Esslingen-Teck ganz langsam nieder, denn die Mitgliederzahlen sind mit 12.743 Mitgliedern in den vergangenen drei Jahren um 90 Mitglieder rückläufig. Die Handballabteilung des TSV Neuhausen ist seit drei Jahren mit 601 aktiven Mitgliedern die zahlenmäßig größte Handballabteilung des Handballbezirkes, gefolgt vom TB Neuffen (588) und dem TSV Wolfschlugen (518). Diese Reihenfolge hat sich bestätigt.
Der Jugendanteil mit 5.252 Jugendlichen an der Gesamt-Mitgliederzahl beträgt ca. 40 Prozent, hier ist einen Mitgliederschwund von 57 Jugendlichen zu verzeichnen. Auch hier ist der TSV Neuhausen mit 313 Jugendlichen der Spitzenreiter im Bezirk.

2. Mannschaftszahlen

Bei der Anzahl der Mannschaften gab es auf Verbandsebene von 2013 bis dato einen Rückgang der Mannschaftszahlen um 12,5 Prozent (340 Mannschaften). Dieser Trend setzt sich im Bezirk mit einem Minus von 3,0 Prozent (10 Mannschaften) fort. Die Anzahl der aktiven Mannschaften im Bezirk hat sich mit ca. 135 Mannschaften konsolidiert und bleibt genau gleich wie in den Jahren zuvor. Die gesamten Mannschaftszahlen schwanken in den letzten acht Jahren zwischen 450 – 470 Mannschaften pro Hallensaison. Aktuell für die laufende Hallenrunde sind 452 Mannschaften im Spielbetrieb. Im Jugendbereich ist vor allem der untere Bereich einigermaßen stabil, jedoch haben die Vereine mit weiblichen und männlichen B-und A-Jugenden zu kämpfen.

III. Sportliche Entwicklung...

Insgesamt befinden sich 60 Sporthallen im Einzugsgebiet unseres Bezirkes mit Zuschauerkapazitäten von 100 bis zu 1.200 Zuschauern. Natürlich gibt es immer noch weiße Flecken, an denen der Handball nicht vertreten ist (Aichtal, Jesingen, Wendlingen, Harthausen, Nabern, Dettingen/T., Baltmannsweiler, Lichtenwald oder Frickenhausen). Probleme entstehen durch die anstehenden Renovierungen der Sporthallen aus den Jahren 1950-1970 Jahren, bei denen vor allem der Brandschutz und die Alterung eine Rolle spielen.

Aktive Frauen-Männer

Im Frauenbereich haben wir leider den TV Nellingen aus der 1.Bundesliga durch den Rückzug verloren, so dass das ranghöchste Team die TG Nürtingen in der 2.Bundesliga ist. In der DHB 3. Liga sind wir jetzt aktuell mit dem TV Nellingen und dem Aufsteiger TSV Wolfschlugen vertreten.
In der BWOL sind wir noch mit der HSG Leinfelden-Echterdingen und dem Aufsteiger TV Nellingen 2 aufgestellt.
Die Zahl der Teckvertreter in der Württembergliga hat sich auf sechs Vereinen erhöht: TV Reichenbach, TSV Zizishausen, TG Nürtingen 2, HSG Deizisau-Denkendorf, TSV Urach und der TSV Köngen.
In der Landesliga der Frauen sind nur noch vier Teckvertreter im Spielbetrieb des HVW.

Der Männerbereich im Bezirk ist gekennzeichnet von einer großen Dichte. In den Bereichen Württembergliga und mit Spitzenplätze in den Landesligen. Erfreulich konnte der TV Plochingen in die DHB 3.Liga aufsteigen und sofort den Absteiger TSV Neuhausen ablösen.

Im Spielbetrieb der BWOL befinden sich der TSV Neuhausen und der TSV Zizishausen. In der Württembergliga, die höchste Liga im Handballverband Württemberg, sind wir aktuell mit fünf Teckvertretern SKV Unterensingen, TSV Wolfschlugen, TSV Deizisau, HSG Ostfildern und der SG Hegensberg-Liebersbronn, doch relativ stark vertreten.

In der Landesliga wird der Bezirk bei den Männern noch mit fünf starken Mannschaften im HVW vertreten und die mischen erfreulicherweise alle ganz vorne mit.

Jugend

ie Gesamtentwicklung im Jugendbereich bezüglich der aktuellen Mannschaftszahlen ist ziemlich konstant, also noch nicht besorgniserregend, aber die Weiterentwicklung fehlt. Im jüngeren Jugendbereich gehen die Mannschaftszahlen nach oben, und vor allem im weiblichen C-und B-Jugendbereich gehen die Zahlen nach unten. Dies ist die aktuelle Entwicklung. Hieran gilt es konkret zu arbeiten.

Im weibliche Jugendbereich ist aktuell der TV Nellingen mit seiner A-Jugend in der Jugendbundesliga vertreten. Außerdem ist der TV Nellingen noch in der BWOL vertreten. In den Württembergligen der weiblichen C-A-Jugend spielen sechs Bezirksvertreter um die Punkte, und dies sind die SG Untere Fils, TV Nellingen, RW Neckar, JSG Deizisau-Denkendorf und der TSV Neckartenzlingen.
Ziel muss es sein, dass diese Talente im Bezirk in unsere Topmannschaften integriert werden.

Im männlichen Jugendbereich spielen die A-Jugendteams der JANO Ostfildern, JSG Deizisau-Denkendorf, SG Untere Fils in der Württemberg-Oberliga. Die B-Jugend der JSG Deizisau-Denkendorf, der JANO Ostfildern und des TV Plochingen haben sich für die Württembergliga qualifiziert. In der C-Jugend sind dann ebenfalls der TV Plochingen und die JANO Ostfildern unsere HVW-Vertreterteams.

Einen herzlichen Dank gilt Ulrike Berger und Elke Kraaz und den Vereinen für die komplette Durchführung der Spielfeste im Bezirk, eine tolle organisatorische Leistung mit 250-350 Teilnehmer pro Spielfest. Ein Garant für die erste Nachwuchsförderung.

Schiedsrichter

Immer wieder ist das Thema Schiedsrichter von großer Bedeutung. Leider wurden die Vorschläge vom Verband doch recht zögerlich in die Wege geleitet und die notwendigen Entscheidungen und Vorschläge bezüglich Soll und Einteilung sind noch in der Wartschleife. Nach wie vor gibt es große Probleme, denn zum einen fehlt einfach die entsprechende Akzeptanz und Anerkennung der Schiedsrichter in den Sporthallen, und zum anderen kann das Schiedsrichter-Soll von den Vereinen bei weitem nicht erfüllt werden. Zum Glück kann unser Bezirk hier noch einigermaßen die Lücken durch Mehraufwand mit einsatzfreudigen Kameraden schließen, aber dies kann auf Dauer nicht die Lösung sein.
Klare Forderung an die verantwortlichen Vereine: Sorgt für Nachwuchs und Schiedsrichter, betreibt den Schiedsrichterbereich wie eine Mannschaft mit Betreuung.
Unter der Leitung von Marlis Schmid, Günther Düring und Dennis Müller haben wir gute Projekte mit dem Jugendhandballspielleiter, dem Kinderhandballleiter und dem gut besuchten Neulingskurs gestartet. Hier wurden Zeichen gesetzt, die Aussicht auf Erfolg haben können.

Der Schiedsrichterbereich hat im Bezirk eine konstante Entwicklung genommen. Hier an dieser Stelle dem Schiedsrichter- Boss des Bezirkes Günter Düring und Marlis Schmid mit ihrem Team ein Dankeschön für die quantitative und qualitative Steigerung des Schiedsrichter-Niveaus im Bezirk.
Ziel muss es sein, dass die jungen Schiedsrichter langfristig gebunden werden. Es muss verhindert werden, dass diese nach kurzer Zeit wieder aufhören. Dies kann nur durch gute Betreuung, wie bei den Jugendhandballspielleitern erfolgen.

An dieser Stelle möchte ich einen Appell an die Vereine richten: Sorgen sie dafür, dass die Vereins-Schiedsrichterwarte die Jung-Schiedsrichter bei ihren ersten Einsätzen betreuen und begleiten und dass sie einen Stellenwert in der Abteilung bekommen.

Seniorinnen/Senioren

Der Senioren-Spielbetrieb Ü40 ist so attraktiv, dass auch aus anderen Bezirken Mannschaften an diesem Spielbetrieb übergreifend teilnehmen.
Auch immerhin drei Ü30 Mädelsteams, nahmen an einem kleinen Wettbewerb teil. Der Spielbetrieb Senioren Ü32 konnte wieder mit 3 Mannschaften, allerdings bezirksübergreifend, aufgenommen werden.
Wir vermissen hier natürlich unseren allzu früh verstorbenen Günther Scheuring. Die Bemühungen im Seniorenbereich konnten leider nicht alle Mannschaften und Spieler erreichen.

Hier muss in Zukunft mehr gehen!

Fair Play

Zur sportlichen Entwicklung gehört natürlich auch der Fairplay-Gedanke. Handball kann noch schöner sein, wenn sich zu Dynamik und Attraktivität auch die Fairness dazu gesellt.
Als fester Bestandteil hat der Bezirk den gesponserten Fairplay-Wettbewerb, in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Esslingen und der Esslinger Zeitung, entwickelt und etabliert. Der Fairplay-Wettbewerb ist ein weiterer wichtiger Gradmesser für das Betriebsklima in den Sporthallen und in der Spielbetriebs-Organisation der Vereine.

Dies wollen wir weiter verbessern und ausbauen und der Appell geht an alle Vereine, Mitglieder und das Umfeld mit den Fans: „Seid dabei beim „Fair Play!“ Ziel ist es alle unschönen Aktionen in unseren Sporthallen zu vermeiden!

IV. Kommunikation. … DV

Ein Meilenstein wurde die Einführung des elektronischen Spielberichts (SBO) zur Hallenrunde 2013/2014, der im gesamten Verbands- und Bezirksspielbetrieb zum Einsatz kam, erarbeitet von Handball4all AG. Diese Technik wird nun immer mehr ausgebaut und verfeinert.

Das gemeinsame Portal für die Homepage läuft seit 2009 im Onlinebetrieb. Der Verband und die Bezirke präsentieren sich auf einer gemeinsamen Plattform. Mit Phönix II wurde eine Verwaltungssoftware für Personal, Termine und betriebswirtschaftlichen Themen wie zentrale Rechnungsstellungen für Bescheide und sonstigen Belastungen geschaffen. Auch wurden die Bereiche immer weiter fortgeschrieben und komplettiert.

Eine weitere DV-Entwicklung kam für die Schiedsrichter-Einteilung die Software “PHÖNIX II“. Sie hat das Ziel einer effizienten Einteilung und Entlastung der Schiedsrichtereinteiler. Inzwischen ist die Schiedsrichter-Plattform in Phönix für jeden einzelnen Schiri zugängig und inzwischen gibt es auch vom DHB das Schiedsrichter-Portal.

Weitere Neuerungen im Bereich der Spieltechnik, war die Einführung des “Pass Online Systems“, die Online Vereins- und Neutralbeobachtung. Der Fortschritt blieb auch dort nicht stehen.

V. Ausblick - Dank -

Die Vereine und der Bezirk müssen die Basis nutzen, um an den Schulen und inzwischen auch Kindergärten präsent zu sein und die Talentfindung gemeinsam mit den Schulen zu optimieren. Hier bieten die neuen Schulsysteme einen hervorragenden Einstieg.

Wie im Handball können Erfolge nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung erreicht werden. Das haben wir bewiesen und dafür bedanke ich mich ausdrücklich und herzlich bei euch allen für den Einsatz. Beinahe alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirks Esslingen-Teck arbeiten ohne finanzielle Zuwendungen. Wir wollen unsere Sportart weiterbringen und dafür setzen wir uns ein.

Viele neue Aufgaben brachen auf mich in den letzten Jahren ein, die es zusammen zu lösen gilt, mit einem kollegialen Bezirksvorstand und Ausschuss.

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Vereinen, im Bezirk und im HVW herzlich bedanken.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht natürlich auch an unseren Ehrenvorsitzenden Kurt Ostwald, der mir als Neuling immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Jetzt heißt es nach vorne schauen mit den Wahlen beim Bezirkstag und im Mai dann beim HVW Verbandstag.

Wolfgang Stoll
Bezirksvorsitzender Esslingen-Teck
Im Februar 2020

Hans Hohlbauch

Liebe Delegierte,

als ich am 11.11.2016 beim 6. Bezirkstag beim TV Holzheim zum Vorsitzenden des Bezirks Stauferland gewählt wurde, hatte ich bereits Vorerfahrung aus meiner Zeit beim früheren Bezirk Staufen als stellvertretender Vorsitzender und langjähriger Kreisjugendwart sowie im Verein als Sportvorstand und langjähriger Handballfunktionär. Die neue Aufgabe hat mich aber nochmal richtig gefordert und den Handballhorizont erweitert.

Georg Häussler hat in dieser Versammlung dargelegt, dass Handball im Wettstreit mit anderen Sportarten steht und die Mannschaftszahlen rückläufig seien.
Auch sei der Bezirk in der Seniorenarbeit nicht wirklich vorwärts gekommen, es gebe weder bei den Frauen noch bei den Männern eine extra Spielrunde, noch sonstige Aktivitäten im Seniorenbereich. Diese Anregungen waren für mich der Ansporn als neuer Vorsitzender den Handball im Wettstreit zu behaupten und die Seniorenarbeit wieder zu intensivieren.

Der Bezirksvorstand hat in zwölf Sitzungen versucht die Geschäfte und Interessen des Bezirks zu modernisieren und zu vertreten. Unsere Arbeitsweise ist dabei dezentral ausgelegt, d.h. wir arbeiten in verschiedenen Ressort.
Unsere Leuchttürme in den verschiedenen Bereichen sind

  • Spieltechnik  – Strukturreform
  • Schiedsrichter –  Rückgang
  • Lehre/Nachwuchsförderung –  Toll
  • Jugend – F-Jugend-Runde

Damit die Leuchttürme leuchten können, werden diese vom Vorstand, vom Finanzbereich und der Verwaltung unterstützt. Alle Bereiche haben in den letzten drei Jahren eine hervorragende Arbeit abgeliefert, wofür ich mich bei allen herzlich bedanken möchte.

Unsere Finanzchefin Carolin Häußler hat keinen leichten Stand bei den vielfältigen Aufgaben im Bezirk. Carolin hat die Tätigkeit gerne gemacht und den Bezirk auch durch unsicheres Fahrwasser begleitet.
er Bezirksvorstand hat während der Amtszeit einen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, als sogenannte sachkundige Person berufen. Dies ist Guntram Häußler, der seine Aufgabe sehr gut erledigt, zumal er noch Bezirks-EDV-Beauftragter und Schriftführer ist.

Die Verwaltung ist unsere Geschäftsstelle in Göppingen, die in der vergangenen Legislaturperiode durch Kerstin Kaumann, Christa Ziegelin und Daniela Assmann am Laufen gehalten wurde. Es ist schon beeindruckend, welche Flut von Infos und Anfragen zu verarbeiten sind.

Im Berichtszeitraum gab es ein Pressegespräch mit der NWZ Göppingen am 20.01.2018. Weitere Gespräche mit anderen Redaktionen sollen folgen.
er Vorsitzende war auch verschiedentlich in Sachen Ehrungen unterwegs und hat auch eine Art „Sponsoring“ durch die drei Kreissparkassen im Bezirk in Gang gesetzt. Zwei Kreissparkassen haben je 250,00 Euro und der Sportkreis Göppingen 3.500,00 Euro zugesagt.

Der Vorstand hat insgesamt vier Abteilungsleiterversammlungen (§ 23 Satzung HVW) abgehalten, damit die Vereine immer auf dem Laufenden sind.

Um die Konkurrenzfähigkeit des Bezirks verbessern zu können, haben wir drei Workshops zum Thema „Zukunft Handball“ und Kooperation Schule/Verein abgehalten. Danach gab es eine Umfrage bei allen Vereinen in Württemberg, wobei die Beteiligung in unserem Bezirk gut war. Bei der im November durchgeführten Vereinsumfrage im Bezirk Stauferland durch die Koordinierungsstelle der Bezirke haben sich 75% der Vereine beteiligt - Vielen Dank!

Auch das Thema „Migrantenkinder“ und Handball spielte im Berichtszeitraum eine Rolle, weil die Universität Stuttgart eine Studie erstellt hat, in dessen Rahmen ich im Vorfeld interviewt wurde. Die Studie ist mittlerweile in Buchform veröffentlicht. Verantwortlich war übrigens Herr Professor Zachay, der aus Eislingen stammt und Spieler bei Frisch Auf! Göppingen war.

Einen bezirksinternen Workshop über die Aufgaben und die Arbeit des Bezirksvorstandes haben wir bei der TG Hofen durchgeführt. Die Ergebnisse sind sehr positiv gewesen, aber noch nicht alle umgesetzt. Im nächsten Jahr werden wir wieder einen Workshop durchführen.

Als Vorsitzender bin ich nach § 10 Satzung HVW Mitglied im HVW-Präsidium. Ich habe in acht Sitzungen versucht meinen Sachverstand einzubringen und die Interessen unseres Bezirkes zu vertreten. Dazu kommen noch sieben Treffen aller acht Bezirksvorsitzenden auf HVW-Ebene. Der gegenseitige Austausch ist ebenfalls wichtig.

Einen besonderen Höhepunkt als Vorsitzender durfte ich gleich zu Beginn meiner Amtszeit erleben: Am 28.11.2017 war ich als Delegierter des HVW beim DHB-Bundestag in Berlin. Eine beeindruckende Veranstaltung – auch das Beiprogramm war nicht ohne. Unser Thema „Kooperation Schule/Verein“ hat der DHB übrigens in seine Zielvorstellungen aufgenommen und erkannt, dass der Handball hier noch Nachholbedarf hat.

Ich habe es leider nicht geschafft, dass die Seniorenarbeit einen anderen Stellenwert bekommt wie bisher. Wir haben leider auch weiterhin keinen Seniorenwart.

Bedanken möchte ich mich bei unseren Ehrenvorsitzenden Karl Friederich und Lothar Starz, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen.

Vielen Dank.

Hans Hohlbauch
Bezirksvorsitzender Stauferland
Im Februar 2020

Eberhard Gloger

Die drei Jahre, seit meinem Amtsantritt im Juni 2016, sind wie im Fluge vergangen und ich konnte mich dank der Unterstützung meines Bezirksvorstandes und der Kollegen im HVW-Präsidium gut in die Themen einarbeiten.

Den Mitgliederrückgang stoppen und neue und mehr Schiedsrichter gewinnen, das waren bereits bei meinem Amtsantritt vor drei Jahren die Themen und sind es auch heute noch. Die Frauen WM 2017 im eigenen Land und die Männer WM im letzten Jahr haben zwar Effekte gezeigt, es gilt jetzt die Nachhaltigkeit sicherzustellen. Aus meiner Sicht gibt es zwei zentrale Ansatzpunkte um die Themenstellungen zu adressieren.

Zum einen muss der Handball noch sehr viel konzentrierter in den Schul- und Kindergartenbereich integriert werden. Während in unserem Bezirk bereits vier Vereine wöchentlich zwölf Stunden in den Kindergärten aktiv sind, leisten 14 Vereine an 35 Schulen wöchentlich rund 40 AG-Stunden an den Schulen. Davon waren wir durchaus positiv überrascht.

Vielen Vereinen fehlt jedoch das Personal sowie Konzepte mit entsprechenden Vorgehensweisen, inklusive Trainingsübungen für den AG-Unterricht in den Schulen. Den Freiwilligendienst sehen viele Vereine als Lösung, doch fehlen den Vereinen hier neben Beratung und Konzepten auch die finanzielle Unterstützung, Werbematerial und eine Plattform für Suchende. Hier kann man ansetzen.

Das Konzept der Grundschulliga, welches in anderen Bezirken bereits angewandt wird, werden wir bei uns in der nächsten Runde integrieren.

Zum anderen sind bei der Gewinnung neuer Schiedsrichter innovative Konzepte gefragt. Das Konzept des Kinderhandballspielleiters, welches wir erfolgreich in Achalm-Nagold eingeführt haben, halte ich für wegweisend. Viel hängt meines Erachtens auch davon ab, wie gut die Schiedsrichter-Verantwortlichen in den Handballabteilungen der Vereine integriert sind und dort Sitz und Stimme haben. Hier geht es auch darum wirklich Interessierte für diese Aufgabe zu finden und nicht bloß jemanden, der das macht.

Für beide Themen ist natürlich auch zu berücksichtigen, welche Impulse aus der geplanten Neustruktur des Deutschen Handballbundes dazu geplant sind.

Auch die neue Spielklassenstruktur im Verbandsspielbetrieb - ab der nächsten Saison - wirft ihre Schatten voraus. Hier nur nochmals zur Erinnerung: Auslöser der Neugestaltung war ein HVW-Präsidiumsbeschluss vom Dezember 2017 innerhalb des HVW keine Relegationsspiele mehr durchführen zu wollen. Hintergrund war, den Spielbetrieb nicht noch durch lange Relegationsrunden zu belasten. Dennoch halte auch ich eine Landesliga-Staffel mit zehn Mannschaften für den falschen Weg, zumal wir im Bezirk Achalm-Nagold an der Zwölfer-Bezirksliga festhalten wollen. Das haben uns unsere Vereine eindeutig zurückgemeldet.

Es ist wichtig, dass die acht Bezirke im HVW näher zusammenrücken. Die oben geschilderten Problematiken sind in allen Bezirken präsent. Die Zukunftskommission HVW hat hier gute Arbeit geleistet und die Schaffung einer Hauptamtsfunktion für die Koordination der Bezirke hat sich als sehr effektiv dargestellt. Konkurrenzdenken bringt den Handballsport nicht weiter, hier sind konzertierte Ideen und Aktionen nötig. Die Anforderungen an die Bezirke werden umfangreicher, als Beispiel seien hier nur die steuerlichen Belange erwähnt.

Um die Arbeit des Bezirkes zu fokussieren, müssen wir verstehen wo unseren Vereinen, neben den geschilderten Themen, der Schuh drückt. Deshalb haben wir im Herbst letzten Jahres eine Onlineumfrage durchgeführt, deren erste Ergebnisse am Bezirkstag vorgestellt wurden. Daraus müssen wir seitens des Bezirksvorstandes die Leitlinien für die Arbeit der nächsten Amtsperiode ableiten. Dazu bedarf es einer motivierten Mannschaft, und ich bin froh, dass fast alle Amtsträger im Bezirksvorstand signalisiert haben, mit mir in eine weitere Amtsperiode gehen zu wollen. In den heutigen Zeiten ist dies längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Dennoch haben wir die eine oder andere Vakanz in den Ressorts und ich hoffe wir können diese Lücken schnellstmöglich füllen. Es wird immer schwieriger auf Ehrenamtsbasis Mitarbeiter zu finden. Auch dazu werden wir uns Gedanken machen müssen.

An dieser Stelle gilt mein Dank allen Mitarbeitern im Bezirk für ihren hervorragenden Einsatz zum Wohle des Handballsports. Weiterhin möchte ich mich bei meinen Bezirksvorstandskollegen ganz herzlich für die tatkräftige Unterstützung des Neulings bedanken. Mein spezieller Dank gilt meinem Vorgänger Rolf Kindler, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht und mir einige Aufgaben abnimmt. Auch den sieben weiteren Bezirksvorständen gilt mein Dank. Ich glaube wir sind in den letzten Jahren näher zusammengerückt und ich wünsche mir das auch für die weitere Zukunft. Vielen Dank auch an Christa Koch, die die Bezirksgeschäftsstelle leitet sowie an die Geschäftsstelle des HVW.

Eberhard Gloger
Bezirksvorsitzender
Handballbezirk Achalm-Nagold
Im März 2020

Ziemlich genau auf den Tag vor drei Jahren, habe ich das Amt des Bezirksvorsitzenden im Handballbezirk Neckar-Zollern übernommen. Wie ich in meinem Bericht aus dem Jahr 2017 bereits geschrieben und angenommen habe, sind die Veränderungen und Herausforderungen der letzten drei Jahre eingetroffen und ich empfand diese Zeit durchaus spannend.

Zunächst einmal wurde im Zuge der Verbandsreform auch die Bezirksreform umgesetzt. Die bis dahin großen Gremien wurden verschlankt. Das führte dazu, dass die Sitzungen im jetzigen Bezirksvorstand mit weniger Teilnehmern stattfanden und sich immer mehr Aufgaben zu den Ressortleitern und ihren Ressorts verlagert haben. Die Ressortleiter haben gemeinsam mit ihren Mitarbeitern eine sehr gute Arbeit geleistet und ich möchte es nicht versäumen, mich persönlich bei meinen Vorstandsmitgliedern für die gute und konstruktive Zusammenarbeit zu bedanken.

Durch den Rücktritt unserer Bezirksschiedsrichterwartin, Aleksandra Kocbek, für deren Arbeit ich mich an dieser Stelle bedanke, übernahm Heike Hauer im August 2018 die Position als Bezirksschiedsrichterwartin.

Ein weiterer Punkt der Arbeit in diesen drei Jahren ergab sich aus den Veränderungen durch die Arbeit der Zukunftskommission. Ziel dieser Kommission war es, durch die im Jahr 2017 bestehende Unterdeckung des Haushaltes des HVW und die sinkenden Rücklagen im HVW, bei gleichzeitigem Anwachsen der Rücklagen in den Bezirken eine neue Ausrichtung zu schaffen.

Eine Maßnahme war es, dass die acht Bezirke im HVW, den Verband mit jeweils 5.000 Euro unterstützt haben. Weiterhin wurde für die Legislaturperiode der nächsten drei Jahre (2017-2020) festgelegt, dass der Rückfluss aus dem HVW in die Bezirke für diese Zeit ausgesetzt wird. Das bedeutet, dass im Jahr 2020 dieses Thema des Rückflusses wieder auf den Tagesordnungen des Geschäftsführenden Präsidiums und des Präsidiums im HVW zu finden sein wird.

Ein weiteres Ergebnis der Zukunftskommission war, die Schaffung einer Koordinierungsstelle Bezirke im HVW, die die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Bezirken verbessert, um auch hier eine gewisse einheitliche Linie in die Bezirksarbeit zu bringen.

Auch wenn nun durch die HVW-Geschäftsstelle verschiedene Zahlungsvorgänge über unser Verwaltungsprogramm Phönix II abgewickelt werden (Sitzungen, Lehrgänge, Trainervergütungen ….), so hat dennoch jeder Bezirk nach wie vor die Selbstverantwortung über das Bezirksvermögen und dessen sinnvollen Einsatzes. Auch hier hat der Bezirksvorstand versucht und es auch zum Teil geschafft, Kosten zu reduzieren und in andere Bereiche, wie zum Beispiel der Jugendarbeit, einzusetzen.

Eine weitere Veränderung gab es, wie auch schon im letzten Bericht angedeutet, bei den Abteilungsleiterversammlungen im Handballbezirk Neckar-Zollern. Kam man in der Vergangenheit mit einer Sitzung aus, so ist es seit der Verbands- und Bezirksreform und der damit verbundenen Stärkung der Abteilungsleiterversammlung notwendig, eine Sitzung zu Beginn des Jahres abzuhalten und eine Sitzung zu Beginn einer neu beginnenden Spielzeit.

Ein Punkt, der auch in die Arbeit dieser drei Jahre fiel, waren die Veränderungen in der Spieltechnik, die vorsahen, weniger Relegationen zu spielen, da sich die Spielzeiten durch teilweise unnötige Spiele verlängert hatten. Was dann auch dazu führte, dass sich Mannschaften und Vereine bei der Chance, einen möglichen Aufstieg zu schaffen, benachteiligt fühlten (was sie möglicherweise im Nachhinein betrachtet auch waren). Dies war jedoch nur die erste Maßnahme seitens des Verbandsauschusses Spieltechnik. Im Laufe des Jahres 2018 kam dann die Diskussion der Spielklassen-Strukturänderung, sowie dann der Beschluss, diese neue Struktur umzusetzen.

Die neue Struktur sieht bei den Männern und Frauen folgende Spielpyramide vor:
BWOL, eingleisige Württemberg-Liga, zwei Verbandsliga-Staffeln, vier Landesliga-Staffeln und darunter wie bisher acht Bezirksligen.

Ergebnis dieser Strukturveränderung: weniger Spiele – bei mehr Mannschaften. Diese Maßnahmen und die angepassten Staffelgrößen, sind auch einem weiteren großen Thema geschuldet, dem Schiedsrichtermangel.

Dies war auch ein großer Themenkomplex, den wir in den letzten drei Jahren immer wieder auf den Tagesordnungen hatten. Letztendlich wurden aus vielen Ideen, konsequent zwei neue Positionen im Spielleiterwesen geschaffen: Es gab bisher den Kinderhandballspielleiter, den wir bereits gut im Bezirk umgesetzt hatten. Zudem noch ein Pilotprojekt, den Jugendhandballspielleiter, der eine Fortführung beziehungsweise eine Steigerung des Kinderhandballspielleiters darstellt und den Weg aufzeigt, einen „Stufenschiedsrichter“ zu kreieren, der den Verantwortlichen in der Einteilung helfen soll, die Spiele gut und vernünftig einzuteilen.

Bei uns im Bezirk führte der Schiedsrichtermangel dazu, dass die D-Jugend ab dieser laufenden Saison, nicht mehr durch die Einteiler besetzt werden, sondern Kinderhandballspielleiter und vereinseigene Schiedsrichter diese Spiele leiten. Als Pilotprojekt wird die weibliche C-Jugend in der Bezirksklasse durch Jugendspielleiter versorgt.
Auch in der Bezirksklasse der Männer gab es Veränderungen: Diese Spiele werden derzeit durch Einzelschiedsrichter gepfiffen, solange bis wir wieder genügend Schiedsrichter und Teams im Bezirk zur Verfügung haben. Ein Trend zeichnet sich aber ab: In der Rückrunde der Saison 2019/2020 werden die Spiele wieder im Team eingeteilt werden können.

Sinkende Mannschaftszahlen, Wegfall und Abmeldungen von Jugendmannschaften, sind ein weiteres Thema, dem wir uns alle annehmen müssen. Aus diesem Grund, wollen auch wir im Handballbezirk Neckar-Zollern, nachdem das Projekt „Grundschulliga“ im Raum Stuttgart im letzten Jahr gestartet wurde und erfolgsversprechend angelaufen sind, dieses Thema aktiv angehen.
Gemeinsam haben der Verband, das Kultusministerium, der Bezirk und unsere Bundesligist Handball Balingen-Weilstetten am 28. Januar 2020 im HBW-Pavillon zu einer Informationsveranstaltung „Grundschulliga“ alle Grundschulen aus dem Handballbezirk und alle Handballvereine eingeladen, um Projekt vorzustellen. Ziel ist es, verstärkt, gemeinsam mit den Vereinen in den Schulen, für unseren Handballsport zu werben und neue Handballer für uns zu gewinnen.

Im Bezirksvorstand haben wir grundsätzlich und einstimmig die Entscheidung getroffen, mit einem FSJler, der vom Bezirk installiert werden soll, allen Vereinen die Möglichkeit zu bieten diese Manpower zu nutzen, Mitgliedergewinnung, auch zum Beispiel in der Form des Angebotes von AGs an den Schulen, zu bieten, da unsere Mitglieder oftmals zu den Schulzeiten keine Möglichkeit haben, hier tätig zu werden. In diese Bresche soll dann der FSJler springen. Auch gibt es hier die Möglichkeit von den Schulen Geld im Rückfluss an den Bezirk zu bekommen, um damit die Kosten, die auf den Bezirk zukommen, im überschaubaren Rahmen zu halten.

Zum Schluss noch einen Hinweis auf die Homepage des Bezirks Neckar-Zollern: Gemeinsam mit Matthias Lengerer, der für die Umsetzung des neuen Erscheinungsbildes verantwortlich ist - haben wir wie ich finde eine lebendige und aussagekräftige Homepage geschaffen, auf der alle Informationen rund um den Bezirk zu finden sind. Es sei noch einmal an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass alle Vereine sich hier über das aktuelle Geschehen im Bezirk informieren können und müssen.

Ich wünsche uns für den Bezirk eine erfolgreiche Zukunft, ein gutes und vertrauensvolles Miteinander mit den Vereinen und deren Mitarbeitern, verbunden mit dem Wunsch, nach noch mehr Dialog und weniger Reglementierung, nur dort wo es unbedingt notwendig ist.

Wolfgang Köhl
Bezirksvorsitzender Handballbezirk Neckar-Zollern
Im Januar 2020

Drei Jahre sind schon wieder vergangen. Ich möchte zunächst einen Rückblick auf diese drei Jahre werfen. Ich darf es gleich vorausschicken, wir haben einiges erreicht, aber wir haben auch, teilweise neue, Probleme. Auf das Erreichte dürfen wir im Bezirk stolz sein. Wir müssen aber darauf achten diese Dinge zu erhalten und zu bewahren. Unsere Problemfelder müssen wir weiterhin erkennen, benennen, Lösungen suchen und diese umsetzen.

Was ist gut gelaufen:

Der Bezirk steht nach den Strukturveränderungen aus dem Maßnahmenpaket der Zukunftskommission und nach dem daraus resultierenden Wegfall des Beitragsrücklaufs vom HVW weiterhin finanziell gut da. Entsprechend wurde bei der Abteilungsleiterversammlung am 29.02.20 die Zahlen vorgestellt und der aktuelle Haushalt 2020 verabschiedet.

Wir haben seit Jahren einen ausgeglichenen Haushalt und sind bis jetzt ohne Beitragserhöhungen ausgekommen, und dies obwohl wir inzwischen das Hauptamt in der Geschäftsstelle stärken mussten. Es ist natürlich gut möglich, dass es zur Lösung mancher Probleme, auf die ich noch kommen werde, zukünftig Anpassungen geben wird.

Festzuhalten bleibt, dass unser Finanzreferent Michael Wiggenhauser, unterstützt von Karl Scheerer und Wolfgang May, die vergangenen 3 Jahre sehr gute Arbeit geleistet hat. Meinen herzlichen Dank hierfür.

Im Bereich der zentralen Bezirkstätigkeit, der Spieltechnik, hat Tobias Glöggler mit seinen Staffelleitern einen super Job gemacht. Trotz mancher Herausforderung haben sie immer wieder gute Spielpläne und Staffeleinteilungen gefunden. Wir konnten uns immer auf Tobi und sein Team verlassen und hatten die letzten 3 Jahre einen fairen und guten Spielbetrieb. Mein Dank geht hier an Tobias und sein Team.

Mein Ausblick hier sieht aber leider nicht so rosig aus. Durch die Vakanz der Spielwarte Jugend entfällt die Bezirksqualifikation (mit Ausnahme der D-Jugend) komplett. Wir müssen sehen, wie wir hier für die Zukunft eine tragfähige Lösung finden.

Im Bereich des Schiedsrichterwesen haben wir seit Jahren eine chronische Unterbesetzung und ich wundere mich immer wieder, wie es gelingt den Spielbetrieb überhaupt aufrecht zu erhalten. Ich möchte mich im Namen des Bezirkes auch bei allen aktiven Schiedsrichtern bedanken, die Woche für Woche in den Hallen unterwegs sind. Ebenso möchte ich mich bei unserem Schiedsrichterauschuss unter Führung von Alex Weber für die geleistete Arbeit bedanken. Ein ausdrücklicher Dank geht an dieser Stelle auch nochmal an unsere Einteiler, unter Leitung von Mario Schwarz, denn ohne sie und ihren Einsatz wäre ein vernünftiger Verlauf der Runden wohl nicht möglich.

Hier wollen und müssen wir alle nach neuen Wegen und Möglichkeit suchen, wie wir diese vielfältigen Probleme angehen und lösen können.

Ich fordere an dieser Stelle die im Handball handelnden Personen in den Vereinen, im Bezirk, aber auch im Landesverband und sogar im DHB auf, enger zusammenzurücken und nach pragmatischen Lösungen zu suchen. Ich glaube nicht, dass es reicht, über höhere Strafen oder Punktverlust zu reden, oder gar, dass die Streichung von Mannschaften bei fehlenden Schiedsrichtermeldungen eine akzeptable Lösung darstellt. Dies schadet dem Klima in unseren Bezirken und Verbänden und damit unserem Sport. Ich möchte hier auch nochmal einer falschen Wahrnehmung des Problems entgegentreten. Die Lösung des Personalmangels kann nur durch Schiedsrichtergewinnung aus den Vereinen heraus gelingen. Wir können dieses schon lange schwelende Problem nicht aussitzen, sonst kommen wir über kurz oder lang zu einem leitungstechnisch unbefriedigendem Spielbetrieb und damit zu einem schleichenden Verlust an Fairness und Attraktivität des Handballs.

Ähnlich, aber leider schon weiter fortgeschritten, sind unsere Probleme im Jugendbereich. Da der letzte Jugendtag mangels Kandidaten weder einen Ressortleiter noch einen Jugendausschuss benennen konnte, gibt es faktisch niemanden der für Jugendbelange im Bezirk zuständig ist.

Die Problematik „Bezirksqualifikation“ habe ich bereits genannt. Es ist, denke ich, allen klar, dass eine vereinfachte Einteilung ein Rückschritt an Qualität und Attraktivität der Spielrunde bedeutet.

Weitere etablierte Projekte wie das Bezirksspielfest scheitern, zum wiederholten Mal, weil sich niemand um Problemanalyse und -lösungen kümmert. Die Unterstützung für den Grundschulaktionstag kann es aktuell bezirksseitig nicht groß geben. Neue verbandgestützte Projekte, wie Grundschulliga oder Mini WM können in aktueller Konstellation nicht eingeführt werden. Diese Aktivitäten sind alles Dinge, die zu Mitgliedergewinnung in den Vereinen beitragen könnten, die aber derzeit leider nicht weiter vorangebracht werden. Wie können wir dies lösen?

Ein Ansatz ist sicherlich die Stärkung des Hauptamtes, was aber wiederum zu einer finanziellen Mehrbelastung der Vereine führt. Im Übrigen löst dies nicht das Problem der Vertretung nach Satzung und Ordnung. Wir benötigen also weiterhin Menschen, die diese Aufgaben annehmen und im Bezirk mitarbeiten, nicht zum Wohle des Bezirks als Selbstzweck, sondern für die Vereine und für einen funktionierenden Spielbetrieb in unserem Bezirk. Also, lasst uns hier enger zusammenarbeiten zum Wohle von uns allen.

Ein letzter Aufgabenbereich ist die Förderung unserer Talente im Bezirk. Hier haben wir einige Änderungen umgesetzt und sind unseres Erachtens nach auf einem guten Weg. Die Zusammenarbeit mit dem Verband ist sehr gut und es werden sicherlich noch einige weitere Änderungen kommen. Ich bedanke mich hier bei Michael Wiggenhauser und seinem Team, aber auch ausdrücklich bei Nico Kiener, der als Verantwortlicher im HVW immer ein kompetenter Ansprechpartner ist.

Die letzten drei Jahre waren intensiv und herausfordernd, aber mit dem Team, das hinter mir steht, hat es sehr viel Spaß gebracht und wir konnten doch einiges bewirken. Ich bedanke mich bei allen Vereinen und Ihren Mitgliedern, sowie bei allen Bezirksmitarbeitern für diese vergangenen drei Jahre.

Vielen Dank für Euren Einsatz für unseren schönen Sport.

Heiko Griebel
Bezirksvorsitzender
Handballbezirk Bodensee-Donau
Im März 2020

Am 28. November 2020 um 9:30 Uhr findet der 34. Ordentliche Verbandstag des Handballverbandes Württemberg e. V. statt. Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen haben wir uns entschieden einen virtuellen Verbandstag durchzuführen. Die für die Videokonferenz erforderlichen Zugangsdaten erhalten Sie rechtzeitig vor dem Verbandstag an die bei uns hinterlegte E-Mailadresse.

Bekanntgabe der endgültigen Tagesordnung gem. Satzung § 9, Ziffer 1.4.:

  1. Eröffnung
  2. Totenehrung
  3. Bericht des Präsidenten
  4. Entgegennahme und Beratung der Berichte der Mitglieder des Präsidium
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Entlastung der Mitglieder des Präsidiums
  7. Anträge
    - Antrag 1: Änderung Satzung § 5 Ziffer 4.1 und 4.3
    - Antrag 2: Änderung Satzung § 9 Ziffer 1.4
    - Antrag 3: Leistungssport noch formuliert
    - Antrag 4: Beendigung des Vertrages HVW und VHV
  8. Organisatorisches zur Wahl und Wahl der Wahlaufsicht
  9. Wahlen
    a. Mitglieder des Präsidiums
    b. Vorsitzende und Beisitzer der Verbandsrechtsorgane
    c. Kassenprüfer
  10. Beschlussfassung über Dringlichkeitsanträge
    a. Antrag zum weiteren Verlauf der Saison
  11. Verabschiedungen und Ehrungen
  12. Entgegennahme von Bewerbungen für den nächsten Verbandstag
  13. Schlusswort
Funktionen Bisherige Amtsinhaber   Vorschlag für 2020-2023    
  Name Vorname Name Vorname  
Präsident Artschwager Hans Artschwager Hans  
Vize FV Pfahl Rudolf Pfahl Rudolf  
Vize Bezirke Griebel Heiko Heiko Griebel  
Vorsitzender VAST Roll Michael Roll Michael  
Vorsitzender VALL Kiener Nico Kiener Nico  
Vorsitzender VAJSB Gahai Edwin Daiber Michael  
Vorsitzender VASR Zeiher Dirk Zeiher Dirk  
Vorsitzender VAF Korn Ilka Korn Ilka  
Vorsitzender VAR Flum Horst Flum Horst  
           
Verbandsgericht          
Vorsitzender VG Straub Dietmar Straub Dietmar  
Beisitzer 1 Staudinger Otto Staudinger Otto  
Beisitzer 2 Haffa Tilo Haffa Tilo  
Beisitzer 3 Amrehn Jürgen Amrehn Jürgen  
Beisitzer 4 Hornek Horst Hornek Horst  
Beisitzer 5 Dr. Barth Eckhard Dr. Barth Eckhard  
Beisitzer 6 Bauer Joachim Bauer Joachim  
Beisitzer 7 Frank Martin Frank Martin  
           
Verbandssportgericht 1. Kammer          
Vorsitzender VSpG 1K Bleile Bernd Bleile Bernd  
Beisitzer 1 Singer Hans-Ulrich Singer Hans-Ulrich  
Beisitzer 2 Mauthe Siegfried Mauthe Siegfried  
Beisitzer 3 Dr. Seitz Jascha Laure Ann-Kathrin  
Beisitzer 4 Düring Günter Düring Günter  
Beisitzer 5 Zaunseder Hans-Peter Zaunseder Hans-Peter  
Beisitzer 6 Hegel Volker Hegel Volker  
Beisitzer 7 Götz Helmut Götz Helmut  
Beisitzer 8 Mahler Claudia Mahler Claudia  
           
Verbandssportgericht 2. Kammer          
Vorsitzender VSpG 2K Becker Ralf Dr. Seitz Jascha  
Beisitzer 1 Häge Markus Häge Markus  
Beisitzer 2 Meneghini Stephan Meneghini Stephan  
Beisitzer 3 Bleile Bernd Bleile Bernd  
Beisitzer 4 Baisch Marko Thierauf Jochen  
Beisitzer 5 Günther Marc Günther Marc  
Beisitzer 6 Böss Günter Böss Günter  
Beisitzer 7 Fehrlen Ulrich Fehrlen Ulrich  
           
Kassenprüfer          
Kassenprüfer Brodbeck Hans Brodbeck Hans  
Kassenprüfer Pfister Armin Pfister Armin  
Kassenprüfer Stark Michael Stark Michael  
Kassenprüfer     Grötsch Oliver  

Bericht der Kassenprüfer für den Verbandstag:

Am 4. November 2019 (für die Unterlagen 2017) und am 12. November 2020 (für die Unterlagen 2018/2019) wurde die Kassenprüfung in den Geschäftsräumen des HVW in Stuttgart durchgeführt.

Die Anfangs- und Endsalden der Bankkonten wurden mit der Buchhaltung und dem Jahresabschlüssen 2017 und 2018 abgeglichen und stimmen überein.

Der Abschluss des Steuerbüros für das Jahr 2019 lag zum Zeitpunkt der Prüfung noch nicht vor. Alle Unterlagen waren bereits verbucht und alle offenen Fragen beseitigt. Aus diesem Grund konnte eine Prüfung dennoch stattfinden. Die Verzögerung ergab sich durch den Wechsel des Steuerbüros im August 2018.

Einzelbelege wurden umfangreich aus der Buchhaltung heraus auf das Vorhandensein geprüft sowie aus den Belegen heraus auf die Verbuchung.

Der Geschäftsstelle, den Bezirksreferenten für Finanzen und Verwaltung sowie dem Steuerbüro wird eine korrekte Kassenführung bestätigt.

Stuttgart, den 12.11.2020

 

Hans Brodbeck           Armin Pfister              Michael Stark