23. IHF Handball-Weltmeisterschaft der Frauen

Vom 1. bis zum 17. Dezember 2017 findet in Deutschland die 23. IHF Handball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Die Vorrunden werden in Trier, Oldenburg, Leipzig und Bietigheim-Bissingen ausgespielt. Die Hauptrunden finden in Leipzig und Magedburg, das Finalwochenende in Hamburg statt.

Hier werden alle Informationen rund um die WM und vor allem rund um den Vorrunden-Spielort Bietigheim-Bissingen zusammengefasst.

OB Jürgen Kessing nach der Auslosung: „Attraktivste Gruppe!“

Presse-Information vom 30.06.17 zur Gruppenauslosung

„Losfee“ Grit Jurack, mit 306 Länderspielen Deutschlands Rekordnationalspielerin, war „froh, dass wir nicht in Gruppe B spielen müssen“, doch Oberbürgermeister Jürgen Kessing sah das Ganze aus Sicht des Ausrichters: „Das ist sicherlich die attraktivste Vorrundengruppe mit dem amtierenden Weltmeister Norwegen an der Spitze!“ Bei der Auslosung für die 23. IHF Handball Weltmeisterschaft der Frauen 2017 in Hamburg „bescherte“ die Linkshänderin, die in ihrer Karriere 1.581 Tore für Deutschland erzielte, Bietigheim-Bissingen aus den Lostöpfen neben dem als Gruppenkopf bereits feststehenden Norwegen noch mit Schweden, Tschechien, Ungarn, Argentinien und Polen. Vom 2. bis 8. Dezember ist die EgeTrans Arena Schauplatz von insgesamt 15 Vorrundenspielen, die besten Vier der Sechsergruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

„Wir freuen uns über das Losglück“, erklärte OB Jürgen Kessing unmittelbar nach der Auslosung, „und ganz besonders freuen wir uns auf die Gäste aus Ungarn. Bietigheim-Bissingen pflegt seit über 25 Jahren eine Städtepartnerschaft mit Székszárd in Ungarn, und wir kennen die Sportbegeisterung der ungarischen Freunde für den Handball.“ Sein Wunsch und sein Versprechen für die WM: „Bietigheim-Bissingen wird ein guter Gastgeber für alle Teams sein – wir freuen uns auf viele begeisterte Handballfreunde.“

Norwegen dominierte in den vergangenen Jahren den Frauenhandball, wurde drei Mal Weltmeister (1999, 2011, 2015), sechs Mal Europameister (1998, 2004, 2006, 2008, 2010, 2014) und zwei Mal Olympiasieger (2008, 2012). Im August 2016 in Rio holten die Nordländerinnen die Olympische Bronzemedaille. Mit Schweden, zum neunten Mal bei einer WM dabei, trifft Norwegen auf starke skandinavische Konkurrenz, bereits zum 21. Mal sind die Ungarinnen WM-Teilnehmer. 2003 gewannen sie Silber, zwei Jahre später die Bronzemedaille.

Tschechien kommt mit der Bundesliga-Torschützenkönigin Michaela Hrbkova ins Enztal, die Linkshänderin trägt das Trikot von Frisch Auf Göppingen und warf bisher in 119 Länderspielen für ihr Land 258 Tore. Bei den Grün-Weißen ist auch Kreisläuferin Petra Adámková (34 Länderspiele, 41 Tore) unter Vertrag. „Wir spielen im Verein und jetzt auch in der Nationalmannschaft immer besser zusammen“, freut sich Hrbkova, „aber ich habe keine Ahnung, was wir zu erwarten haben.“ Bei der Europameisterschaft im Dezember 2016 habe man in der Vorrunde gegen Ungarn gewonnen (27:22), „das Spiel gegen Polen dürfte machbar sein, wird aber dennoch sehr schwer“. Am Ende reichte es bei der EM in Schweden zu einem zehnten Platz, Ungarn wurde 12., Polen landete auf dem 15. Platz.

Südamerika-Meister Argentinien konnte sich zuletzt sieben Mal in Folge für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Für die polnische Nationalmannschaft läuft die Neu-Metzingerin Monika Kobyliáska in der EgeTrans Arena auf. Die 22-jährige Linkshänderin wurde 2015 in Dänemark mit ihrem Team Vierter und war mit 32 Toren zweitbeste Torschützin Polens hinter der künftig für die SG BBM Bietigheim spielenden Karolina Kudlacz-Gloc (52 Tore). „Ich denke, wir haben eine Chance, die Hauptrunde zu erreichen, aber das wird in dieser Gruppe sehr schwer. Außerdem sind wir eine sehr junge Mannschaft und müssen noch viel lernen. Ja, ich finde, wir haben die Möglichkeit, weiterzukommen.“ Bisher erzielte sie in 28 Länderspielen 75 Treffer für Polen.

„Mein Ziel ist es, nach der Geburt meines Sohnes bis Dezember wieder fit zu sein!“

Karolina Kudlacz-Gloc, Kapitänin der polnischen Mannschaft (159 Länderspiele/806 Tore), schätzt die Möglichkeit zum Weiterkommen realistisch ein: „Das ist keine einfache Gruppe, aber die Chancen sind da, wir haben es mit einer eigenen guten Leistung selbst in der Hand.“ Am Sonntag kam ihr Sohn zur Welt, sie will aber so bald als möglich wieder spielen. „Mein Ziel ist es, bis Dezember wieder fit zu sein, denn ich möchte unbedingt bei der WM in Bietigheim dabei sein.“ Aber sie müsse abwarten, wie schnell sie wieder höchstes Niveau erreichen könne. Ihr künftiger „Chef“ Martin Albertsen, nennt die Vorrundengruppe B schlicht „eine Höllengruppe“. Der Erfolgstrainer des neuen Deutschen Meisters SG BBM Bietigheim weiter: „Es ist Wahnsinn, wie viele sehr gute Teams hier spielen werden!“ Bietigheim und die Region dürfe sich auf Top-Handball im Frauenbereich freuen, „da gibt es nichts Besseres“.

Ähnlich sieht es Thilo Dittmann, Vorsitzender des örtlichen Organisationskomitees (LOK): „Mit diesen sechs Teams, die im Dezember ihre Vorrunde in der EgeTrans Arena austragen, können wir hochkarätigen Frauenhandball präsentieren. Nachdem nun feststeht, wer bei uns spielt, denke ich, dass die Ticketnachfrage anzieht und sich die Fans aus der Region, aber auch aus dem Süden Deutschlands, aus Tschechien sowie Ungarn mit Eintrittskarten versorgen werden. Die Schweden sind als reiselustig bekannt und das Duell gegen Norwegen ist für sie überaus attraktiv. Und in unserer Gegend gibt es auch viele Polen, die ihre Mannschaft sicherlich zahlreich unterstützen werden.“

Ebenfalls glücklich ist Bernhard Bauer. Der ehemalige DHB-Präsident ist Ehrenpräsident des Handballverbandes Württemberg (HVW) und stellvertretender LOK-Vorsitzender: „Dies ist eine Supergruppe, die nicht nur Spannung, sondern auch hervorragende Stimmung und ein volles Haus verspricht!” Sein Nachfolger als HVW-Präsident, Hans Artschwager, ist bereits voller Vorfreude: „Mit dieser Auslosung und der Gruppenzusammensetzung bin ich sehr zufrieden, das sind alles hochklassige Teams. Ich freue mich besonders auf das skandinavische Duell zwischen Weltmeister Norwegen und Schweden. Aber auch auf die Ungarinnen, die immer sehr feurige Fans im Gefolge haben!“

An der Frauen-Weltmeisterschaft unter dem Motto „simply wunderbar!“ nehmen insgesamt 24 Mannschaften teil. Die vier Vorrundengruppen mit jeweils sechs Teams werden in Trier (Gruppe A mit Frankreich, Rumänien, Spanien, Slowenien, Angola, Paraguay), Bietigheim-Bissingen (Gruppe B), Oldenburg (Gruppe C mit Dänemark, Russland, Brasilien, Montenegro, Japan, Tunesien) und Leipzig (Gruppe D mit Niederlande, Deutschland, Serbien, Südkorea, China, Kamerun) ausgetragen. Achtel- und Viertelfinale sowie die Begegnungen des so genannten Presidents-Cups (an ihm nehmen die in den Gruppenspielen ausgeschiedenen Teams teil) stehen in Leipzig und Magdeburg auf dem Programm, die Finalrunde in Hamburg.